Die Gestalt betrat die Schleuse, und die Tür schloß sich hinter ihr. Ehe er die Außentür, die ins Vakuum führte, öffnete, entrollte der Mann die selbsthaftende Plastikfolie, die er unter dem Arm getragen hatte. Er zwängte sich hinein, das Material umhüllte ihn vollständig und schmiegte sich an seinen Körper, nur von einem schmalen durchsichtigen Silikonstreifen in Augenhöhe unterbrochen. Ein kleiner, mit Flüssigsauerstoff gefüllter Zylinder war an seinem Gürtel festgeklemmt und mit einem kurzen Schlauch, der seinerseits zur Kopfhaube führte, verbunden. Es handelte sich um einen Notraumanzug, der für kurze Ausflüge auf luftleeren Oberflächen gedacht war, wenn die Zeitdauer von einer halben Stunde überschritten wurde, bestand allerdings keine Dichtheitsgarantie mehr.

Überrascht drehte Bert Wilson den Kopf wie ein Automat. »Hast du das gehört?«

Bigman starrte den Wachmann mit offenem Mund an. »Ich habe nichts gehört.«

»Ich könnte schwören, das war eine sich schließende Schleusentür. Aber der Alarm ist nicht ausgelöst worden.«

»Sollte er das denn?«

»Klar. Man muß wissen, wenn eine Tür offen ist. Wenn Luft drin ist, läutet eine Glocke, und eine Lampe leuchtet, wenn ein Vakuum besteht. Sonst könnte jemand die andere Tür öffnen, und die ganze Luft aus einem Schiff oder Korridor blasen.«

»In Ordnung. Wenn kein Alarm ausgelöst wird, gibt es doch gar keinen Grund, sich Sorgen zu machen.«

»Da bin ich mir nicht so sicher.« Mit flachen Sprüngen, von denen jeder den Wachmann unter der minimalen Anziehungskraft des Mondes sechs Meter weiter brachte, eilte er den Korridor bis zur Schleusennische hinauf. Vor einer Schaltanlage an der Wand blieb er stehen und aktivierte drei voneinander unabhängige Lichtketten, die die Umgebung in helles Tageslicht tauchten.

Bigman setzte hinterher. Seine Sprünge waren unbeholfen, und er war beständig der Gefahr ausgesetzt, das Gleichgewicht zu verlieren und langsam schwebend auf der Nase zu landen.



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