Nur einmal hatte sie sich Bitterkeit und Zorn anmerken lassen: als er nach London gerufen wurde zum Empfang seiner Befehle. Da hatte sie ihn quer durch den ganzen Raum empört angesehen und gefragt:»Begreifst du nicht, was sie uns antun, Richard?«Die Wut hatte ihr dabei eine ganz neue Schönheit verliehen. Ihr langes dunkles Haar breitete sich aufgelöst über ihren hellen Morgenmantel, ihre Augen blitzten zornig.»In ein paar Tagen ist doch Lord Nelsons Beisetzung!«Sie entwand sich ihm, als er versuchte, sie zu beruhigen.»Hör mir lieber zu, Richard. Uns bleiben weniger als zwei Wochen zusammen, und davon bist du die meiste Zeit unterwegs. Verdammt noch mal, du hast dein altes Schiff verloren und alles für dein Land geopfert. Jetzt haben sie Angst, daß du an Nelsons Beisetzung nicht teilnehmen willst ohne mich, während sie doch nur Belinda akzeptieren würden. Deshalb befehlen sie dich nach London.»

Dann war sie weinend zusammengebrochen und hatte sich von ihm trösten lassen, hatte sich an ihn geschmiegt wie damals, als sie in Falmouth ihren ersten gemeinsamen Sonnenaufgang erlebt hatten.

Bolitho hatte ihre Schulter gestreichelt und gesagt:»Ich erlaube niemandem, dich zu beleidigen.»

Hatte sie ihm überhaupt zugehört? Nein, sie dachte nur an seine Behinderung.»Der Chirurg, der mit dir segelte — Sir Piers Blachford — , der müßte dir doch helfen können. «Sie hatte sein Gesicht zu sich herabgezogen und seine Augen mit besorgter Zärtlichkeit geküßt.

«Mein Liebster, du mußt dich vorsehen!»

Jetzt war sie in Falmouth, und trotz allem Schutz und aller Verehrung blieb sie; dort weiterhin eine Fremde.



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