
Immer Ihre SNEAKY PIE

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Lachend betrachtete Mary Minor Haristeen die Nickelmünze in ihrer Hand. Über dem Abbild von Monticello war das Motto unserer Nation eingeprägt: E Pluribus Unum. Sie reichte das Geldstück an ihre ältere Freundin, Mrs. Miranda Hogendobber, weiter. »Na, was sagen Sie?«
»Dieser Nickel ist keinen roten Heller wert.« Mrs. Hogendobber schürzte die melonenrot geschminkten Lippen. »Auf dem Nickel sieht Monticello so groß und unpersönlich aus, dabei ist das doch nur die Kehrseite der Medaille, wenn Sie mir diesen Scherz gestatten.«
Die zwei Frauen, die eine Mitte Dreißig, die andere in einem Alter, das sie auf keinen Fall preisgeben wollte, blickten von dem Geldstück hoch und zu dem westlichen Säulengang von Monticello. Die Fenster schimmerten vom Kerzenlicht des Salons, während die letzten Strahlen der Frühlingssonne hinter den Blue Ridge Mountains versanken.
Wären die Freundinnen zum Vordereingang in der Mitte des östlichen Säulengangs von Jeffersons Haus und von dort zum Rand des Rasens geschlendert, dann hätten sie ein grünes Meer vor Augen gehabt, die weite ebene Landschaft, die sich bis nach Richmond und schließlich bis hin zum Atlantischen Ozean erstreckt.
Wie die meisten, die in Albemarle County in Mittelvirginia geboren waren, konnten Harry Haristeen, wie sie genannt wurde, und Miranda Hogendobber mit einer fesselnden Führung durch Monticello aufwarten. Miranda gab zu, daß sie schon vor dem Zweiten Weltkrieg mit dem Anwesen vertraut gewesen war, aber mehr verriet sie nicht. Im Laufe der Jahrzehnte waren die Renovierungsarbeiten am Haus, an den Nebengebäuden und an den Gemüse- und Ziergärten so weit gediehen, daß Monticello nun der Stolz der gesamten Vereinigten Staaten war.
