Der Leutnant sah ihm kühl ins Gesicht.»Sir Philip Rooke, Sir.»

Sein Ton klang keinesfalls aufsässig, trotzdem konnte Bolitho die Herausforderung in den blassen Augen des Leutnants erkennen.

«Ja, Mr. Rooke, und Ihre Frage?«Bolithos Stimme war ebenso unbewegt.

Gleichmütig erwiderte Rooke:»Wir sind jetzt drei Jahre auf See. Das Unterwasserschiff ist grasgrün und die Hyperion so langsam wie eine alte Kuh. «Ein zustimmendes Murmeln ließ sich hören, und Rooke fuhr fort:»Captain Turner war davon überzeugt, daß wir vor Brest abgelöst und noch in diesem Monat nach Portsmouth zurücksegeln würden.»

Bolitho musterte ihn nachdenklich. Rooke war also der erste, der die Maske fallenließ. Trocken erwiderte er:»Captain Turner ist tot.

Aber ich bin davon überzeugt, er hätte sich auf keinen Fall die Chance entgehen lassen, mit der Hyperion seine Pflicht zu tun.»

Rowlstone, der Schiffsarzt, ein kleiner, ungesund aussehender Mann mit tiefgefurchtem, talgweißem Gesicht, sprang auf.»Ich habe getan, was ich konnte, Sir! Er starb an Herzversagen. «Mit wilden Augen blickte er sich um.»An seinem Schreibtisch! Ich konnte ihm nicht mehr helfen, verstehen Sie?»

Rooke starrte ihn wütend an.»Was wissen Sie denn, Mann? Sie sind doch eher ein Schlächter als ein Arzt!»

Ashby, der Hauptmann der Marine-Infanterie, zog den Bauch ein und schnippte ein Stäubchen von seiner handschuhengen Uniform.»Kommandant Turner war ein guter Mann. Wir vermissen ihn alle, jawohl. «Er sah Bolitho fest ins Gesicht.»Bin aber Ihrer Ansicht, Sir. Wir haben schließlich Krieg. Äh — Hauptsache: kämpfen. Ja-woll.»

«Danke, Captain Ashby«, lächelte Bolitho trocken.»Das ist sehr beruhigend.»

Dann blickte er hinüber zu Gossett, dem Segelmeister* und Steuermann. Der war ein Kerl wie ein Faß, und obwohl er am Tisch saß, war sein Kopf fast in gleicher Höhe mit dem des verzweifelten Schiffsarztes, der immer noch stand.»Und Sie, Mr. Gossett? Was ist Ihre Meinung?»



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