
Erleichtert atmete Allday aus.»Riemen bei! Zu. gleich!«Dann riß er die Pinne hart herum, und als Bolitho wieder zu Atem gekommen war, lag die Hyperion schon ein gutes Stück achteraus. Eben schwang sie noch einmal herum, um die richtige Position zum Flaggschiff einzunehmen, und als er sah, wie sich die Segel wieder füllten und die Bugwelle aufsprühte, konnte er einen Anflug von Stolz nicht unterdrücken. Er war erst knapp zwölf Tage an Bord, und doch konnte er sich kaum noch an die Zeit davor erinnern.
Nach einer weiteren beschwerlichen Kletterei zur Fallreepspforte des Flaggschiffs empor wurde Bolitho von dessen Kommandanten empfangen und nach kurzer formeller Begrüßung sofort in die große Heckkajüte geleitet. War Bolithos Quartier auf der Hyperion schon sehr geräumig, so logierte der Admiral in jeder Hinsicht noch großartiger.
Hood saß auf der Bank unter den Heckfenstern und hatte zu seiner Bequemlichkeit ein Bein auf einen Stuhl gelegt. Wie ein Schattenriß hob sich sein massiges Haupt ab, als er auf die Schiffe hinausstarrte, die langsam im Kielwasser der Victory folgten. Er stand nicht erst auf, sondern bedeutete Bolitho durch eine Handbewegung, sich auf den Stuhl neben den Schreibtisch zu setzen.»Freut mich sehr, daß Sie hier sind, Bolitho. Sie scheinen ganz gut über die Jahre gekommen zu sein.»
Vorsichtig nahm Bolitho Platz und studierte seinen Vorgesetzten mit Interesse und Bewunderung. Er wußte, daß Hood auf die Siebzig zuging; aber außer einem gewissen Ansatz zum Doppelkinn und einer etwas verlangsamten Sprechweise schien er sich in den elf Jahren seit ihrem letzten Zusammentreffen nicht viel verändert zu haben. Die buschigen Brauen und die große Adlernase dräuten noch wie damals. Und die Augen, die ihn jetzt aufmerksam und abschätzend über den Tisch hinweg musterten, glänzten klar wie bei einem jungen Mann.
