Eines Tages kamen sie auf den Gedanken, mehrere im Bau begriffene Häuser in der Rue Montholon mietweise zu übernehmen, aber die Ansprüche der Eigentümer waren so übertrieben, daß sie sich genötigt sahen, von dem Unternehmen abzusehen aus demselben Grund, aus dem sie schon so viele andere aufgegeben hatten. Als sie aus dem Hause des Erbauers traten, stellten sie fest, daß sie nicht nur nicht zu Mittag gespeist, sondern daß sie auch kein Geld hatten, das Versäumte nachzuholen. Diesem Übelstand wußte Bonaparte dadurch abzuhelfen, daß er seine Uhr versetzte.

Inzwischen war der 10. Juni, [Fußnote] das düstere Vorspiel des 10. August, angebrochen. Die beiden jungen Männer hatten sich zum Frühstück bei einem Restaurateur in der Straße St. Honoré getroffen und waren eben mit Essen fertig, als sie durch einen großen Lärm und laute Rufe:» Ça ira! Es lebe die Nation! Es leben die Sansculotten! Nieder mit dem Veto!«ans Fenster gezogen wurden. Sie sahen einen Haufen von 6000 bis 8000 Menschen, von Santerre und dem Marquis von St. Hurugues geführt, die Vorstädte St. Antoine und St. Marceau hinabeilen und sich zur Versammlung begeben.»Folgen wir dieser Canaille!«sagte Bonaparte, und sofort schlugen die beiden jungen Männer den Weg nach den Tuilerien ein. An der Terrasse des Seineufers blieben sie stehen; Bonaparte lehnte sich gegen einen Baum, und Bourienne setzte sich auf eine Brustwehr.

Von da aus sahen sie nicht, was vorging; aber sie ahnten das Vorgefallene leicht, als ein Fenster nach dem Garten hin sich auftat und Ludwig XVI. mit einer roten Mütze auf dem Kopf, die ihm jemand aus dem Volk auf der Spitze einer Pike geboten hatte, sichtbar wurde.

«Coglione! coglione!«[Fußnote] brummte achselzuckend in seinem korsischen Dialekt der junge Leutnant, der bis jetzt stumm und starr geblieben war, in sich hinein.

«Was meinst du, daß er tun sollte?«fragte Bourrienne.



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