
Und der Unterricht wurde, wie gewöhnlich, von dem künftigen König genommen und von dem künftigen Kaiser gegeben. [Fußnote]
Bonapartes Wohnung gegenüber lag der Laden eines reichen Buchhändlers, namens Marc-Aurèle, dessen Haus, ich glaube, mit der Jahreszahl 1530 versehen, ein Juwel aus der Renaissancezeit ist. Hier brachte der junge Offizier so ziemlich alle Stunden zu, die ihm der Militärdienst und der brüderliche Unterricht übrigließen, und diese Stunden waren, wie man gleich sehen wird, nicht verloren.
Am 7. Oktober 1808 gab Napoleon in Erfurt ein Festmahl; seine Gäste waren der Kaiser Alexander, die Königin von Westfalen, der König von Bayern, der König von Württemberg, der König von Sachsen, der Prinz Wilhelm von Preußen, die Beherrscher von Oldenburg, von Mecklenburg-Schwerin, von Weimar und der Fürst-Primas (Dalberg). Die Unterhaltung kam auf die goldene Bulle, die bis zur Errichtung des Rheinbundes für die römische Kaiserwahl, die Anzahl und die Eigenschaften der Wähler maßgebend gewesen waren. Der Fürst-Primas sprach eingehend über diese Bulle und erwähnte, sie stamme aus dem Jahre 1409.
«Ich glaube, Sie täuschen sich, «sagte lächelnd Napoleon;»die Bulle wurde 1356 unter der Regierung Kaiser Karls IV. verkündet.«
«So, ist es, Sire, «antwortete der Fürst-Primas,»ich erinnere mich jetzt; aber woher wissen Eure Majestät dies so genau?«
«Als ich einfacher Leutnant bei der Artillerie war…, «erzählte Napoleon –
Bei diesen Worten malte sich ein so lebhaftes Gefühl in den Mienen seiner edlen Gäste, daß der Sprecher unwillkürlich unterbrach; aber gleich darauf fuhr er lächelnd fort:
«Als ich die Ehre hatte, einfacher Leutnant bei der Artillerie zu sein, war ich drei Jahre in Garnison zu Valence. Ich war kein Freund der Gesellschaften und lebte äußerst zurückgezogen.
