
Sie wollte laufen, aber der Wagen war schon da. Sie war zu dick, um ihm auszuweichen.
Gideon
16. August
Zunächst einmal möchte ich ausdrücklich sagen, dass ich dieses Unternehmen für reine Zeitverschwendung halte, und gerade Zeit habe ich, wie ich Ihnen gestern zu erklären versuchte, überhaupt keine übrig. Wenn Sie von mir Vertrauen in diese Prozedur erwarten, hätten Sie mir vielleicht kurz erläutern sollen, auf welche Grundlagen und Erfahrungswerte Sie sich bei Ihrer so genannten »Behandlung« stützen. Wieso spielt es eine Rolle, welches Papier ich benutze? Oder welches Heft. Welchen Füller oder Stift. Und wieso ist es von Bedeutung, wo ich dieser unsinnigen Schreiberei nachgehe, die Sie mir aufgebürdet haben? Genügt Ihnen nicht die schlichte Tatsache, dass ich dem Experiment zugestimmt habe?
Nein, lassen Sie nur. Sie brauchen nicht zu antworten. Ich weiß bereits, wie Ihre Antwort ausfallen würde: Woher kommt diese Wut, Gideon? Was verbirgt sich darunter? Woran erinnern Sie sich?
An nichts. Verstehen Sie denn nicht? Ich erinnere mich an gar nichts. Darum bin ich ja hier.
An nichts?, sagen Sie. An gar nichts? Ist das wirklich wahr? Immerhin erinnern Sie sich Ihres Namens. Und ganz offensichtlich kennen Sie auch Ihren Vater und wissen, wo Sie wohnen und womit Sie sich Ihren Lebensunterhalt verdienen. Und Sie kennen Ihre nächsten Bezugspersonen. Wenn Sie also »nichts« antworten, so wollen Sie mir damit wohl sagen, dass Sie sich - - dass ich mich an nichts erinnere, was mir wichtig ist. Gut. Ich spreche es aus. Ich erinnere mich an nichts, was für mich von Bedeutung ist. Wollen Sie das hören? Und wollen wir beide uns nun mit dem hässlichen kleinen Charakterzug beschäftigen, den ich mit dieser Erklärung offenbare?
