Wir werden erkennen, daß unsere Wissenssuche in eine Sackgasse führt. Wenn man einen bestimmten Punkt überschreitet, bekommt man auf die Frage nach der Bedeutung keine Antwort mehr. In der Astrophysik haben wir diesen Punkt fast erreicht. Es müssen nur noch ein paar Jahre verstreichen, dann werden die alten und soliden Theorien über Raum und Zeit in sich zusammenfallen. Wir werden mitten in den Trümmern dieser Theorien stehen und erkennen, daß sie wertlos sind und immer wertlos waren. Dann könnte es keinen Sinn mehr haben, das Universum weiterhin zu erforschen. Wir könnten feststellen, daß es keine universellen Gesetze gibt und das Universum vom Zufall oder etwas Schlimmerem regiert wird. All das eifrige Forschen über die Natur des Weltalls und vieler anderer Dinge ist doch nur begonnen worden, weil wir uns einen Vorteil davon versprochen haben. Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir das Recht haben, unseren Vorteil zu suchen. Es gibt nichts, was wir vom Universum fordern könnten.«

Lansing hielt sich an die Spielregeln. »Heute nachmittag scheint mir deine Stimmungslage pessimistischer als sonst«, warf er ein. »Ich bin keineswegs der erste, der von diesem Pessimismus erfaßt wird«, entgegnete Andy. »Ich betrachte die Lage nur von einem besonderen Standpunkt. Vor Jahren gab es eine Schule von Philosophen, die auf eine ähnliche Art argumentierten. Zu jener Zeit waren die Kosmologen noch davon überzeugt, daß wir in einem endlichen Universum lebten. Heute wird diese Auffassung nicht mehr streng vertreten. Wir können nicht entscheiden, in welcher Art Universum wir leben. Es mag endlich sein, es mag unendlich sein - niemand kann das mit Bestimmtheit sagen. Es hängt alles davon ab, wieviel Materie es im Universum gibt, aber die Schätzungen schwanken. Es werden jedes Jahr, ja jeden Monat neue Werte angegeben. In jenen Tagen, als man noch allgemein an ein endliches Universum glaubte, gab es die Theorie, daß unser Wissen, da es ja in einem endlichen Raum wurzelt, notwendigerweise auch endlich sein muß.



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