Es gab kein Anzeichen dafür, daß der Aufprall die kreisenden Zylinderwände im geringsten beschädigt hatte; aber dieser Fleck hatte die leichte Helligkeitsschwankung hervorgerufen, die Stenton zu seiner Entdeckung führte.

Die Übertragungen der anderen Kameras lieferten keine neuen Erkenntnisse. Doch aus den Durchlaufbahnen in dem minimalen Gravitationsfeld Ramas ergab sich eine weitere wichtige Information: die über die Maße des Zylinders.

Er war viel zu leicht, als daß er ein fester Körper hätte sein können. Niemand war sehr überrascht, daß Rama sich eindeutig als hohl erwies.

Das lange erhoffte und lange befürchtete Rendezvous war schließlich doch eingetroffen.

Die Menschheit machte sich bereit, ihren ersten Besucher von den Sternen zu empfangen.

4. KAPITEL

DAS RENDEZVOUS

Commander Norton erinnerte sich in den wenigen Minuten der Begegnung an jene ersten Fernsehbilder, die er immer und immer wieder durchgespielt hatte. Doch etwas hatte kein Elektronenbild wiederzugeben vermocht: die ungeheuren Ausmaße von Rama.

Bei keiner Landung auf einem natürlichen Himmelskörper wie dem Mond oder dem Mars hatte Norton solch einen überwältigenden Eindruck erfahren. Das waren Welten, und man erwartete, daß sie groß waren. Doch er war auch auf Jupiter VIII gelandet, der ein wenig größer war als Rama — und dieser Mond war ihm als ein ziemlich kleines Objekt erschienen.

Dieses Paradoxon war sehr einfach zu erklären.

Seine Meinung wurde vollkommen umgestoßen durch die Tatsache, daß Rama ein künstliches Gebilde war, millionenmal schwerer als alles, was der Mensch je in den Raum geschickt hatte. Die Masse Ramas betrug mindestens zehn Milliarden Tonnen — für jeden Astronauten eine nicht nur ehrfurchtgebietende, sondern auch eine furchterregende Vorstellung.



11 из 259