
Das Rad drehte sich nahezu mühelos einmal ganz herum. Dann nahm es sehr geschmeidig das Gewicht auf.
Einen halben Meter entfernt begann die gekrümmte Bunkerwand sich zu bewegen wie eine sich langsam öffnende Muschelschale. Ein paar Staubpartikel strömten mit der hervortretenden Luft wie glitzernde Diamanten nach außen in das helle Sonnenlicht.
Der Zugang zu Rama lag offen vor ihnen.
6. KAPITEL
DAS KOMITEE
Dr. Bose dachte oftmals, daß es ein schwerer Fehler gewesen war, die United Planets Headquarters auf den Mond zu verlegen. Es war ganz unvermeidlich, daß die Erde dazu neigte, sich in den Verhandlungen eine Vorherrschaft zu sichern, genau wie sie die Landschaft draußen vor der Kuppel beherrschte. Wenn man schon hier bauen mußte, dann hätte man vielleicht besser auf die erdabgewandte Seite gehen sollen, wohin diese hypnotisierende Scheibe niemals ihre Strahlen schickte… Aber nun war es dafür natürlich viel zu spät, und überhaupt gab es ja auch keine wirkliche Alternative. Ob den Kolonien das nun paßte oder nicht, die Erde würde für die nächsten paar Jahrhunderte die kulturelle und wirtschaftliche Vorherrschaft im Sonnensystem ausüben.
Dr. Bose war auf der Erde geboren und erst mit dreißig Jahren auf den Mars ausgewandert, deshalb glaubte er, die politische Situation ziemlich unparteiisch beurteilen zu können.
Er wußte mittlerweile, daß er nie wieder auf seinen Heimatplaneten zurückkehren würde, auch wenn dieser per Pendelverkehr nur fünf Stunden entfernt lag. Er war zwar mit seinen hundertfünfzehn Jahren vollkommen gesund, doch konnte er das Rekonditionstraining zur Anpassung an eine dreimal so hohe Schwerkraft, als er sie den größten Teil seines Lebens gewohnt war, nicht mehr auf sich nehmen.
Er war für immer aus der Welt, in der er geboren war, verbannt; aber da er nicht gerade zu Sentimentalitäten neigte, hatte ihn diese Vorstellung nie sonderlich deprimiert.
