
Der ältere Gläubige kann nun vor demselbigen Altar auf dem linken Rheinufer knien, vor welchem er, von Jugend an, auf dem rechten gebetet hatte.
Auch war die Verehrung jener heiligen Gebeine schon längst herkömmlich.
Diese Überreste des heiligen Ruprechts, die man sonst zu Eibingen gläubig berührt und hülfreich gepriesen hatte, fand man hier wieder.
Und so manchen belebt ein freudiges Gefühl, einem längst erprobten Gönner wieder in die Nähe zu treten.
Hiebei bemerke man wohl, daß es sich nicht geziemt hätte, diese Heiligtümer in den Kauf mit einzuschließen, oder zu irgend einem Preis anzuschlagen; nein, sie kamen vielmehr durch Schenkung, als fromme Zugabe, gleichfalls nach Sankt Rochus.
Möchte man doch überall, in ähnlichen Fällen, mit gleicher Schonung verfahren sein!
Und nun ergreift uns das Gewühl!
Tausend und aber tausend Gestalten streiten sich um unsere Aufmerksamkeit.
Diese Völkerschaften sind an Kleidertracht nicht auffallend verschieden, aber von der mannigfaltigsten Gesichtsbildung.
Das Getümmel jedoch läßt keine Vergleichung aufkommen; allgemeine Kennzeichen suchte man vergebens in dieser augenblicklichen Verworrenheit, man verliert den Faden der Betrachtung, man läßt sich ins Leben hinein ziehen.
Eine Reihe von Buden, wie ein Kirchweihfest sie fordert, stehen ohnfern der Kapelle.
Voran geordnet sieht man Kerzen, gelbe, weiße, gemalte, dem verschiedenen Vermögen der Weihenden angemessen.
Gebetbücher folgen, Offizium zu Ehren des Gefeierten.
Vergebens fragten wir nach einem erfreulichen Hefte, wodurch uns sein Leben, Leisten und Leiden klar würde; Rosenkränze jedoch aller Art fanden sich häufig.
