
»Richtig! Diese Ihre Höflichkeit dient Ihnen als Empfehlung. Darf ich fragen, woher Sie kommen?« »Von jenseits der Sierra Verde!« »Als Fußgänger? Sie armer Teufel!«
»Ich war beritten, wie Sie daran sehen, daß ich Sporen trage. Mein Pferd stürzte und brach das Bein; ich mußte es erschießen.«
»Warum haben Sie nicht Sattel und Zaum mitgenommen?«
»Weil ich mich nicht mehrere Tage lang in solcher Hitze mit dieser Last schleppen wollte.«
»Aber Sie konnten es verkaufen und von dem Erlöse vielleicht zwei volle Tage leben. Sie thun mir wirklich leid. Lieber hätten Sie sich mit den beiden alten Schießgewehren, die ich da sehe, nicht schleppen sollen; sie sind keinen halben Dollar wert, ganz alte Konstruktion; ich verstehe mich darauf.«
Er nahm den Henrystutzen in die Hand, betrachtete ihn und schüttelte, indem ihm die Patronenkugel am Schlosse auffiel, den Kopf. Dann griff er nach der alten Bärenrifle, um sie aufzunehmen, ließ sie aber liegen, da sie so schwer war, daß er sie mit einer Hand nicht zu heben vermochte.
»Werfen Sie dieses Zeug weg!« riet er mir. »Es hat keinen andern Zweck, als daß Sie sich mit demselben das Reisen erschweren. Wohin wollen Sie von Guaymas aus?«
»Mit einem Schiffe nördlich weiter, über Hermosillo hinauf.«
»Da können Sie lange warten. Schiffe, welche soweit gehen, sind selten.«
»So reite ich.«
»Da müßten Sie sich ein Pferd oder Maultier kaufen, und ich versichere Ihnen, daß selbst für schweres Geld jetzt keines zu haben ist. Wenn Sie Zeit zum Warten hätten, könnten Sie später die Eisenbahn benutzen, welche nach Arispe geht.«
»Wie gehen die Züge dorthin?«
»Züge? Man sieht, daß Sie hier fremd sind, Sennor. Die Bahn ist noch nicht fertig. Man sagt, daß sie in drei, vier oder auch fünf Jahren vollendet sein wird; das aber sind Ihnen unbekannte Dinge. Sie sollten nicht in einem Lande reisen, welches Sie nicht kennen und welches soweit von Ihrer Heimat liegt. Bei Ihrer Armut ist dies ein gefährliches Beginnen. Sie haben als Ihre Heimat Sajonia angegeben. Wo liegt diese
