
»Wirklich?« mußte ich lächelnd fragen, indem ich zu ihm niederblickte. »Meinen Sie, daß nur der ein Cavallero ist, der in einem neuen Anzuge steckt?«
»Nein; denn es kann auch einem feinen Manne geschehen, daß er gezwungen ist, die Schönheit des Aeußern außer acht zu lassen; aber Donna Elvira hat einen sehr ausgeprägten Sinn für diese Schönheit und fühlt sich von Ihnen abgestoßen.«
»Hat sie mich denn gesehen? Die Dame schlief ja, als ich kam.«
»Sie schlief allerdings; sie schläft überhaupt sehr gern, wenn sie nichts anderes zu thun hat; aber sie ist dann in den Hof gegangen, um Sie zu betrachten, und als sie Ihren Anzug sah, Ihre Stiefel, Ihren Hut, da meinte sie - - nun, Sennor, es ist doch wohl nicht so notwendig, daß ich mich noch deutlicher ausdrücke?«
»Nein; ich verstehe Sie auch so, Don Geronimo, und werde, da ich der Donna nicht gefalle, mich nach einem anderen Hause umsehen.«
Ich wendete mich zum Gehen; da hielt er mich zurück und sagte:
»Halt! Warten Sie noch ein wenig! Es ist so einsam, wenn man keinen Gast im Hause hat, und Sie sehen mir doch nicht wie ein Bravo aus, den man fürchten muß. Ich möchte bei Donna Elvira ein gutes Wort für Sie einlegen. Dazu ist erforderlich, beweisen zu können, daß Sie mir nützlich sind. Spielen Sie vielleicht Domino?«
»Ja,« antwortete ich, mich über diese Frage wundernd. »Gut! Kommen Sie herein! Wir wollen eine Probe machen.«
Er schritt voran, und ich folgte ihm nach dem Innern des »Hotels«. Donna Elvira lag in ihrer Hängematte. Sennorita Felisa saß im Buffet bei einem Glase Rum. Die drei Buben waren nicht da; sie befanden sich draußen auf der Straße, wo sie sich mit ihresgleichen damit unterhielten, sich mit faulen Apfelsinen zu bewerfen. Don Geronimo holte die Dominosteine und lud mich ein, mich zu ihm an einen der Tische zu setzen.
