
»Nein,« antwortete er mit einem tiefen, tiefen Atemzuge, indem er sich mir wieder zuwendete. Seine sonst bleichen Wangen röteten sich unter den Augen stark. Das war der Schreck, die Aufregung. »Aber seht die Couverts! Die Briefe sind aus Eurer Office, wie Euer Stempel beweist.« »Ja.«
»Und von Euch unterschrieben!« »Nein!«
»Nicht? Wir haben da zweierlei Handschrift. Der Brief ist von einem Eurer Leute geschrieben und dann von Euch unterzeichnet worden.«
»Das erstere ist richtig, das letztere aber nicht.«
»Also ein Schreiber von Euch hat ihn doch verfaßt?«
»Ja; es ist Hudsons Hand. Es ist mehr als gewiß, daß er ihn geschrieben hat.« »Und Eure Unterschrift -?«
»Ist - gefälscht, so genau nachgeahmt, daß nur ich selbst im stande bin, zu sehen, daß es Fälschung ist. Mein Gott! Ich habe Eure Fragen und Reden für inhaltslos gehalten; hier aber sehe ich eine Fälschung meiner Unterschrift vor Augen; es muß also etwas vorliegen, was Euch die Berechtigung giebt, so unbegreifliche Dinge vorzubringen!«
»Es ist allerdings so. Der kurze Inhalt alles dessen, was ich Euch zu sagen habe, ist in den Worten ausgedrückt, welche Ihr schon vorhin gehört habt: Der echte Small Hunter ist ermordet worden, und Ihr habt sein Vermögen nicht nur einem Betrüger, sondern sogar seinem Mörder übergeben.«
»Seinem - Mörder -?« wiederholte er wie abwesend.
»Ja, wenn dieses Wort auch nicht so ganz genau wörtlich zu nehmen ist. Er selbst hat ihn nicht ermordet, ist aber mit im Komplott gewesen und hat moralisch die gleiche Schuld, als wenn er die tödliche Waffe geführt hätte.«
»Sir, ich befinde mich wie im Traume! Aber es ist ein böser, ein schrecklicher Traum. Was werde ich hören müssen!«
