»Ich schätze, in Euch den sehr honorablen Mister Bothwell vor mir zu sehen?« »Ich heiße Bothwell,« nickte der Gefragte kurz.

»Und Ihr seid der bekannte Prairiemann, den man Old Shatterhand nennt?« wurde ich gefragt. »Ja.«

»Und Ihr seid ein Redmann Namens Winnetou?«

Winnetou gab trotz der etwas unhöflichen Ausdrucksweise des Fragers eine Antwort, indem er nickte.

»Well! So bin ich bei den richtigen Leuten,« fuhr der Fremde fort, »und ich hoffe, daß ihr mir die nötige Auskunft geben werdet.«

»Wollt Ihr uns wohl zunächst sagen, wer Ihr seid, Master?« forderte Emery ihn auf. »Oder seid ihr vielleicht gar nichts und habt auch keinen Namen?«

»Ich bin alles und habe alle Namen,« lautete die selbstbewußte Antwort. »Wie ich heiße, kann Euch gleichgültig sein. Es genügt, Euch zu sagen, daß wir die drei Meltons suchen wollen. Ich habe die unter mir stehenden Detektives von allem zu unterrichten und möchte Euch

vor allen Dingen ersuchen, die Hand dabei aus dem Spiele zu lassen.«

»Das werden wir außerordentlich gern thun,« erklärte Emery. »Erinnert Euch nur so oft wie möglich an die Weisung, die Ihr uns damit so freundlich erteilt!«

»Also nun meine Fragen! Ihr kennt doch die Meltons genau?«

Wir antworteten dem eingebildeten Patron kaum, sodaß er endlich zornig sich empfahl. Dann meinte Emery:

»Wir müssen die Meltons unbedingt selbst finden. Aber wo haben wir sie zu suchen? Glaubst du, daß Jonathan mit dem Schiffe fort ist?«

»Fällt ihm nicht ein. Er ist an Bord gegangen, nur um den Advokaten irre zu führen,« antwortete ich. »Und sein Onkel Harry?«

»Ist nicht nach St. Louis. Nach Europa sind sie nicht, denn sie wissen, daß die Telegraphen spielen werden. Nach Afrika und so weiter gehen sie auch nicht, da sie dort Pfefferkörner unter den Rosinen gefunden haben.



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