»Ich weiß nicht«, gab Tonak zu. »Ich habe nur irgendwie das Gefühl, daß das nicht genug ist.«

Gham’bia schüttelte den Kopf in einer Art, die etwas Mütterliches an sich hatte, trotz ihrer Jugend. »Ich glaube, du bist gerade in einer Umbruchsphase. Die Schule geht zu Ende, und du weißt noch nicht so recht, was kommt. Wenn du dich erst auf deinem Platz eingelebt hast, wirst du anders über das alles denken.«

Eine Umbruchsphase? Tonak seufzte innerlich. Wenn das eine Phase war, dann dauerte sie schon verflixt lange. Sein ganzes Leben lang.

Wahrscheinlich stimmte irgendwas mit ihm nicht.

»Liest du eigentlich nur solche alten Abenteuerromane?« fragte Gham’bia. »Sonst nichts? Das ist vielleicht ein bißchen einseitige Kost.«

Tonak dachte nach. Plagte ihn diese Sehnsucht, weil er so viele dieser Bücher las, oder las er so viele dieser Bücher, weil ihn diese Sehnsucht plagte – woher auch immer sie kommen mochte?

»Ich lese ziemlich viel, das stimmt«, gab er zu. »Und meistens Abenteuerromane. Manchmal auch Zukunftsromane.«

»Zukunftsromane?« wunderte sich Gham’bia. »Was ist denn das?«

»Das sind Erzählungen, wie sich die Leute früher ihre Zukunft vorstellten – also unsere Zeit heute. Fast alle waren davon überzeugt, daß wir über eine weitentwickelte Raumfahrt verfügen würden. Ich habe viele Romane gelesen, die beschreiben, wie Menschen der Zukunft mit Raumschiffen in die Tiefen des Weltraums vorstoßen, ferne Planeten erkunden und fremden Lebewesen begegnen.«

»So ein Unsinn. Was hätten wir denn davon?«

»Muß man denn immer etwas davon haben?« Tonak zeigte hinauf zum Nachthimmel, dessen funkelnde Sterne ihn auszulachen schienen. »Irgendwo dort draußen ist der Mars, mit seinen endlosen, roten Staubwüsten. Der Saturn, mit seinen grandiosen Ringen. Und unermeßlich viele weitere Wunder, von denen wir nicht einmal wissen. Wozu das alles, wenn niemals jemand dort oben stehen und das alles sehen soll?«



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