
Annchen kommt.
Annchen.
Die gnädige Frau läßt Sie sehr bitten, doch gleich hinüberzukommen; sie will Sie nur einen Augenblick sprechen, nur sehen.
Lucie.
Es schickt sich nicht in diesen Kleidern.
Postmeisterin.
Gehn Sie nur, ich geb Ihnen mein Wort, daß Sie darauf nicht achtet.
Lucie.
Will Sie mich begleiten, Kleine?
Annchen.
Von Herzen gern!
Madame Sommer.
Lucie, ein Wort!
Die Postmeisterin entfernt sich.
Daß du nichts verrätst! nicht unsern Stand, nicht unser Schicksal. Begegne ihr ehrerbietig.
Lucie.
Lassen Sie mich nur! Mein Vater war ein Kaufmann, ist nach Amerika, ist tot; und dadurch sind unsere Umstände — Lassen Sie mich nur; ich hab das Märchen ja schon oft genug erzählt.
Laut.
Wollten Sie nicht ein bißchen ruhen? Sie haben's not. Die Frau Wirtin weist Ihnen wohl ein Zimmerchen mit einem Bett an.
Postmeisterin.
Ich hab eben ein hübsches, stilles Zimmerchen im Garten.
Zu Lucien.
Ich wünsche, daß Ihnen die gnädige Frau gefallen möge.
Lucie mit Annchen ab.
Madame Sommer.
Meine Tochter ist noch ein bißchen obenaus.
Postmeisterin.
Das tut die Jugend. Werden sich schon legen, die stolzen Wellen.
