
Wenn man bedenkt, dass Dr. Oppenheimer zu diesem Zeitpunkt noch nichts vom einige Wochen später festgestellten Schmelzen des Nordpols wusste, darf man wohl unterstellen, dass er seine Bemerkung anders formuliert hätte. Wahrscheinlich wäre es zutreffender gewesen, wenn er statt vom Ende dieses Jahrhunderts von wenigen Monaten oder Jahren gesprochen hätte.
Sturmwarnung ist kein Buch voller Spekulationen über eine vage mögliche Zukunft. Es ist ein Aufruf zum Handeln angesichts von Ereignissen, die uns mit hoher Wahrscheinlichkeit unmittelbar bevorstehen. Jetzt, im September 2000, scheint der von uns beschriebene Klimawandel viel näher gerückt, als wir noch während der Arbeit an dem Buch vermuteten… und das ist erst ein Jahr her.
Whitley Strieber
26. September 2000
Prolog.
Der Sturm beginnt
Das erste Warnzeichen war so geringfügig, dass es kaum bemerkt wurde.
Boje 44011 des National Data Buoy Center, die vor der Georges Bank 270 Kilometer östlich von Hyannis, Massachusetts, stationiert war, sandte ein scheinbar falsches Signal. Dies war auf der ganzen Welt der einzige Hinweis eines wissenschaftlichen Instruments, dass zwei Milliarden Menschen in tödliche Gefahr geraten waren.
Die Warnung hätte schon mehrere Wochen, ja sogar Jahre früher kommen müssen. Einige Klimaforscher waren besorgt und hatten mit Untersuchungen begonnen, die zum Einsatz eines Frühwarnsystems geführt hätten. Aber es gab keinen Forschungsetat. Der US-Kongress hatte sich in eine sinnlose Debatte über die Frage verrannt, ob es so etwas wie eine Erwärmung der Erdatmosphäre überhaupt gab, und verweigerte die Finanzierung von Studien zum Verlauf des Nordatlantikstroms, obwohl dieser die Lebensader unserer Welt ist.
