Es war eine kleine Tür - ich musste den Kopf einziehen, wenn ich hindurchging, und John Coffey musste sich sogar setzen und rutschen. Man gelangte auf einen kleinen Treppenabsatz, und drei Betonstufen führten hinab auf einen Plankenboden. Es war ein elender Raum ohne Heizung und mit Eisendach, genau wie das Dach des Blocks, an den der Raum angebaut war. Im Winter war es darin so kalt, dass man seinen Atem sehen konnte, und im Sommer war es stickig und heiß. Bei der Hinrichtung von Elmer Manfred - im Juli oder August 1930 war das, glaube ich - wurden neun Zeugen ohnmächtig. Auf der linken Seite des Lagerschuppens war wieder Leben. Werkzeuge (alle in Halterungen, mit Ketten gesichert, als wären es Gewehre statt Spaten und Hacken), Textilien, Säcke mit Samen für die Frühjahrsaussaat in den Gefängnisgärten, Kartons mit Toilettenpapier, Paletten mit Rohlingen für die Gefängnisschlosserei und sogar Säcke mit Kalk zum Markieren des Baseball- und Football-Spielfeldes - die Sträflinge spielten auf der so genannten Weide, und in Cold Mountain freute man sich sehr auf Nachmittage im Herbst, an denen gespielt wurde. Rechts war, wieder einmal - der Tod. Old Sparky persönlich stand auf einer Plankenplattform in der Südostecke des Lagerraums, mit stämmigen Eichenbeinen, breiten Eichenarmen, die den Angstschweiß von Hunderten Leuten in den letzten paar Minuten ihres Lebens aufgesogen hatten, und mit der Metallmütze, die für gewöhnlich keck hinten auf dem Stuhl hing wie das Käppi eines Roboter-Kids in einem Comic Strip von Buck Rogers. Ein Kabel führte von der Mütze fort durch ein Loch mit einer Dichtungsmanschette in der Wand hinter dem Stuhl. Auf einer Seite stand ein feuerverzinkter Eimer. Wenn man hineinschaute, sah man einen runden Schwamm, der genau in die Metallmütze passte. Vor Hinrichtungen wurde er in Salzlake getränkt, damit er besser die Stromladung leiten konnte, die durch den Draht jagte, durch den Schwamm und in das Gehirn des zum Tode Verdammten.



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