
Einige Jahre lang hörte man nichts von Doniger oder von seiner Firma. Die Leute nahmen an, daß er sich zurückgezogen hatte, falls sie überhaupt an ihn dachten. Es war schließlich nicht ungewöhnlich, daß prominente High-Tech-Unternehmer von der Bildfläche verschwanden, nachdem sie ihr Vermögen gemacht hatten.
1994 veröffentlichte das Time Magazine eine Liste der Leute unter vierzig, die unsere Welt prägten. Robert Doniger gehörte nicht dazu. Den Leuten war es egal, sie hatten ihn vergessen. In diesem Jahr verlegte er ITC zurück in die Vereinigten Staaten und errichtete in Black Rock, New Mexico, eine Stunde von Albuquerque entfernt, ein Forschungslabor. Einem aufmerksamen Beobachter wäre nicht entgangen, daß er sich wieder einen Ort ausgesucht hatte, wo er sich aus einem Kader verfügbarer Physiker bedienen konnte. Aber es gab keine Beobachter, weder aufmerksame noch andere. Niemandem fiel deshalb auf, daß ITC in den Neunzigern immer weiter expandierte. In New Mexico wurden weitere Labors gebaut, immer mehr Physiker wurden eingestellt. Donigers Aufsichtsrat wuchs von sechs auf zwölf. Alle waren Topmanager von Firmen, die in ITC investiert hatten, oder risikobereite Großinvestoren. Alle hatten drakonische Geheimhaltungsvereinbarungen unterschrieben, die sie verpflichteten, eine beträchtliche persönliche Bürgschaft bei einem Dritten zu hinterlegen, sich auf Verlangen einem Lügendetektortest zu unterziehen und ITC zu gestatten, ihre Telefone ohne Ankündigung abzuhören. Außerdem verlangte Doniger ein Investment von mindestens 300 Millionen Dollar. Das sei, erklärte er arrogant, der Preis für einen Sitz im Aufsichtsrat. »Wenn
Sie wissen wollen, was ich vorhabe, wenn Sie an dem teilnehmen wollen, was wir hier machen, kostet das eine Drittelmilliarde Dollar. Akzeptieren .Sie, oder lassen Sie es bleiben. Mir ist es egal, wie Sie sich entscheiden.«
