
»Ach so. Okay. Das ist kein Problem.«
»Ich habe mich nur gefragt, was das sein könnte.«
»Was es sein könnte? Das ist eine Kennkarte.«
»So eine habe ich noch nie gesehen.«
»Es ist eine neue Art. Wir benutzen sie, um durch die Sicherheitstüren zu kommen und so weiter.«
»Wollen Sie die auch zurück?«
»Wenn es Ihnen nicht zu viel Mühe macht. Wissen Sie was, ich gebe Ihnen unsere FedEx-Nummer, dann können Sie alles in einen Umschlag stecken und losschicken.«
Jimmy Wauneka legte auf und dachte: Blödsinn.
Er rief Father Grogan an, den katholischen Priester am Ort, und erzählte ihm von dem Diagramm und der Abkürzung am unteren Rand: klo.ste.mere.
»Das dürfte das Kloster Sainte-Mere sein«, erwiderte der Priester prompt.
»Dann ist es also wirklich ein Kloster.«
»Auf jeden Fall.«
»Wo?«
»Keine Ahnung. Es ist kein spanischer Name. >Mere< ist Französisch für >Mutter<. Und heilige Mutter bedeutet die Jungfrau Maria.
Vielleicht liegt es in Louisiana.«
»Wie kann ich das herausfinden?« fragte Wauneka.
»Ich habe irgendwo ein Klosterverzeichnis. Geben Sie mir ein oder zwei Stunden Zeit, ich suche es heraus.«
»Tut mir leid, Jimmy. Ich sehe da nichts Rätselhaftes.«
Carlos Chavez war der stellvertretende Leiter der Polizei in Gallup und stand kurz vor der Pensionierung. Zu ihm konnte Jimmy Wauneka immer gehen, wenn er Rat brauchte. Jetzt lümmelte Chavez in seinem Sessel,
die Füße auf dem Schreibtisch, und hörte Wauneka mit sehr skeptischem Blick zu.
»Also folgendes«, sagte Wauneka. »Dieser Kerl wird draußen beim Corazon Canyon gefunden, völlig durchgedreht und wirres Zeug plappernd, aber er hat keinen Sonnenbrand, keine Dehydration, absolut keine Expositionssymptome.«
»Dann wurde er ausgesetzt. Seine Familie hat ihn aus dem Auto geworfen.«
