
Jetzt war es Mittag, die Sonne brannte auf sie herab. Baker, ein vierzigjähriger Bauunternehmer aus Phoenix, wurde allmählich ein wenig nervös. Vor allem, da seine Frau, eine Architektin, zu jenen künstlerischen Menschen gehörte, die sich mit so profanen Dingen wie Benzin und Kühlwasser nicht abgaben. Sein Tank war halb leer. Und der Motor lief langsam heiß. »Liz«, sagte er, »bist du sicher, daß das der richtige Weg ist?« Seine Frau, die neben ihm saß, beugte sich über die Karte und fuhr die Route mit dem Finger nach. »Er muß es sein«, sagte sie. »Im Führer heißt es, fünf Kilometer nach der Abzweigung zum Corazon Canyon.« »Aber am Corazon Canyon sind wir schon vor zwanzig Minuten vorbeigekommen. Wir haben ihn bestimmt übersehen.« »Wie sollen wir denn einen Handelsposten übersehen?« »Ich weiß auch nicht.« Baker starrte auf die Straße. »Aber hier ist überhaupt nichts. Bist du ganz sicher, daß du dorthin willst? Ich meine, wir können doch auch in Sedona tolle Navajo-Teppiche kaufen. In Sedona gibt es alle möglichen Teppiche.« »Sedona«, erwiderte sie naserümpfend, »ist nicht authentisch.« »Natürlich ist es authentisch, Liebling. Ein Teppich ist ein Teppich.« »Ein Gewebe.«
»Okay.« Er seufzte. »Ein Gewebe.«
»Außerdem ist es nicht dasselbe«, sagte sie. »In den Läden in Sedona gibt es nur Touristenramsch - aus Acryl und nicht aus Wolle. Ich will die Gewebe, die sie im Reservat verkaufen. Und angeblich hat dieser Handelsposten ein altes Sandpainting-Gewebe aus den Zwanzigern, von Hosteen Klah. Und das will ich haben.«
»Okay, Liz.« Er persönlich wußte nicht so recht, wozu sie noch einen Navajo-Teppich - ein Gewebe — brauchten. Sie hatten bereits zwei Dutzend davon. Liz hatte sie überall im Haus verteilt. Und einige sogar in Schränken verstaut.
Schweigend fuhren sie weiter. Die Straße flirrte in der Hitze, so daß sie aussah wie ein Silbersee. Und es gab auch Luftspiegelungen, Häuser oder Menschen, die plötzlich auf der Straße auftauchten, aber wenn man dann näher kam, war nichts mehr da.