
Im allgemeinen habe ich es aus naheliegenden Gründen abgelehnt, anachronistische Ortsnamen zu verwenden, habe jedoch einige wenige moderne Ausdrücke übernommen wie Tara statt Teamhair, Cashel an Stelle von Caiseal Muman und Armagh für Ard Macha. Hingegen bin ich bei dem Namen Muman geblieben und habe nicht die Form »Munster« vorweggenommen, bei der im neunten Jahrhundert das nordische »stadr« (Ort) an den irischen Namen Muman angehängt und die dann anglisiert wurde. Ähnlich habe ich das ursprüngliche Laigin beibehalten statt der anglisierten Form Laigin-stadr, aus der Leinster wurde.
Mit diesem Hintergrundwissen ausgerüstet, betreten wir nun Fidelmas Welt. Die Ereignisse dieses Romans spielen sich im September ab, dem Monat, den die Iren des siebenten Jahrhunderts den Mittelmonat (Meadhon) der Erntezeit (Fogamar) nannten und der im modernen Irisch immer noch Mean Fhomhair heißt. Es ist das Jahr 666.
Die Geschichte von der Verschwörung und Rebellion der Ui Fidgente ist in dem Roman »Die Tote im Klosterbrunnen« erzählt worden.
Der Leser möchte vielleicht wissen, was aus der großen Abtei und Kathedrale des heiligen Ailbe in Imleach Iubhair geworden ist, dem »Grenzland der Eibenbäume« oder Emly (in der Grafschaft Tipperary), wie es jetzt anglisiert heißt. Heute ist es ein kleines Dorf acht Meilen westlich von Tipperary (dem »Brunnen von Ara«). Eine Kirche steht noch an der Stelle. Emly blieb der führende Bischofssitz in Munster bis 1587, als seine Diözese mit der von Cashel vereinigt wurde. Der katholische und der protestantische Bischof führen sowohl Emly wie Cashel in ihrem Titel.
Die alten Abteigebäude wurden im dreizehnten Jahrhundert durch eine Kathedrale ersetzt, die im Krieg von 1607 zerstört wurde. Am Ende jenes Jahrhunderts wurde die Kirche neu erbaut, als anglikanische Bischofskirche geweiht, verfiel aber bald. Sie wurde 1827 wiedererrichtet, doch vierzig Jahre später abgerissen, hauptsächlich wegen der Entstaatlichung der anglikanischen Kirche in Irland.
