
Und schlußendlich träumte sie, sie stünde allein auf der Brücke der Sonnenschreiter II, während ringsherum die Hölle ausbrach. Von allen Seiten griffen Schiffe an, mehr als man zählen konnte, überwältigten ihre Abwehreinrichtungen, obwohl Hazel heftigen Widerstand leistete. Sämtliche Alarmsirenen heulten, und die Geschütze der Sonnenschreiter II feuerten unaufhörlich. Nirgendwo entdeckte Hazel eine Spur von Owen.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Vielleicht. Aber waren es Vorhersagen oder nur Warnungen? Bedeuteten sie, daß Hazel eine Chance hatte, etwas zu ändern, die Geschichte umzuschreiben, dem Schicksal zu trotzen? Oder wurde sie einfach nur verrückt wie alle anderen?
Früher einmal hatte ihr die verbotene Droge Blut geholfen, mit vielem fertig zu werden, einschließlich der Träume, aber darüber war sie hinweg. Körperlich war sie so weit transformiert worden, verglichen mit ihrem früheren Selbst, daß sie Zweifel hatte, ob Blut heute überhaupt noch die leiseste Wirkung auf ihre Körperchemie gehabt hätte. Außerdem war die Droge stark suchterzeugend, und Hazel wollte verdammt sein, wenn sie es irgend etwas oder irgend jemandem je erlauben würde, wieder Herrschaft über sie auszuüben, und das galt auch für die eigenen Schwächen.
»Was denkst du, führen Valentin und seine Kumpane da unten im Schilde?« fragte sie plötzlich, entschlossen, auf andere Gedanken zu kommen.
»Ich will verdammt sein, wenn ich das wüßte«, sagte Owen, der weiterhin die Daten studierte, die auf dem Bildschirm an ihm vorbeiwanderten. Sie liefen viel zu schnell, als daß normale Augen ihnen hätten folgen können, aber keiner der beiden erwähnte es. Kleine Veränderungen dieser Art waren sie gewöhnt. »Er hat die Schilde der Burg verstärkt. Ich empfange nichts, was verwertbar wäre. Was an sich eine bedeutsame Information darstellt. Er dürfte eigentlich nichts zur Verfügung haben, was stark genug ist, um Hadenmänner-Sensoren auszusperren. Wer versorgt ihn mit Tech?«
