
Zwischen den Weitereilenden, über ihren Köpfen, erblickte ich ganz fern ein Fenster. Das erste Fenster. Panoramisch, riesig.
Wie ein flachgelegtes Nachtfirmament. Bis zum Horizont von einem glühenden Nebel erfüllt — farbige Galaxien, dichtgedrängte spiralige Lichter, Feuerscheine zitternd über Wolkenkratzern, Straßen: eine wurmartige Bewegung der Leuchtperlen und darüber, senkrecht, das Wimmeln der Neone, Federbüsche und Blitze, Räder, Flugzeuge und Flaschen aus Feuer, rote Pusteblumen der Signallichter auf Türmen, Augenblicks-Sonnen und Blutstürze von Reklamen, mechanisch, gewaltig.
Ich stand und schaute, hörte hinter mir die rhythmische Bewegung Hunderter von Füßen. Plötzlich verschwand die Stadt, und ein riesiges, drei Meter großes Gesicht erschien.
„Wir brachten die Zusammenfassung der Chroniken aus den siebziger Jahren in dem Zyklus „Visionen alter Hauptstädte“ Der Transtel überträgt jetzt seinen Bereich auf die Studien der Kosmolythen…“
Ich wollte hier weg. Das war ja gar kein Fenster. Irgendein Fernsehschirm. Ich beschleunigte den Schritt. Ich fing zu schwitzen an. Runter! Schneller! Goldene Lichtvierecke. Drinnen Menschenmenge, Schaum auf den Gläsern, eine fast schwarze Flüssigkeit, kein Bier, es hatte einen giftigen, grünlichen Schimmer. Und die Jugend, Jungen und Mädchen, umarmt, zu sechst, zu acht, über die ganze Breite der Passagen, kam mir entgegen.
Sie mußten ihre Hände lösen, um mich durchzulassen. Ich zuckte zusammenOhne es zu merken, betrat ich den beweglichen SteigGanz nah sah ich erstaunte Augen — ein herrliches, dunkles Mädchen, angetan mit etwas, das wie phosphoreszierendes Metall an ihr leuchtete. Der Stoff lag hauteng an: sie war wie nackt. Gesichter — weiße, gelbe; einige große Schwarze, doch ich war immer noch der Größte. Man gab mir den Weg frei.
