Sie gab nicht vor, ruhig zu sein, sie war es wirklich.

„Möchten Sie etwas trinken? Prum, Extran, Morr, Cidre?“

Eine melodische Stimme. Ich schüttelte verneinend den Kopf.

Ich wollte ihr gerne etwas Nettes sagen, brachte es aber nur zu der abgedroschenen Frage: „Wann landen wir?“

„In sechs Minuten. Möchten Sie etwas essen? Sie brauchen sich nicht zu beeilen. Man kann hier auch nach der Landung bleiben.“

„Danke, nein.“

Sie ging. In der Luft, dicht vor meinem Gesicht, auf dem Hintergrund der nächsten Sessellehne, leuchtete — wie mit dem Ende einer glühenden Zigarette geschrieben — die Aufschrift STRATO auf. Ich beugte mich vor, um zu sehen, wie diese Inschrift entstanden war, und zuckte zusammen. Die Sessellehne hinter meinem Rücken paßte sich an und umfaßte mich elastisch. Ich wußte bereits, daß die Möbel jeder veränderten Haltung entgegenkommen, nur vergaß ich es immer wieder. Es war nicht angenehmungefähr so, als ob jemand jede meiner Bewegungen verfolgen würde. Ich wollte zu meiner vorherigen Haltung zurückkehren, tat es aber wohl zu energisch. Der Sessel verstand es falsch und klappte fast auseinander, wie ein Bett. Ich fuhr hoch. So eine Dummheit! Mehr Beherrschung! Die rosa STRATO-Buchstaben zuckten und flossen schon in andere hinüber: TERMINAL.

Keine Erschütterung, Warnung, kein Pfiff. Nichts. Nun erklang ein ferner Ton wie von einem Posthorn, vier ovale Türen am Ende der Gänge zwischen den Sitzplätzen öffneten sich, und in das Innere drang ein dumpfes, allumfassendes Rauschen: Meeresrauschen. Die Stimmen der sich von ihren Sitzen erhebenden Passagiere versanken in diesem Rauschen spurlos. Ich blieb sitzen, sie aber gingen hinaus, die Silhouettenreihen leuchteten auf dem Hintergrund der äußeren Lichter grün, lila, purpurn aufein Maskenball.



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