»Oh, am liebsten würde ich diesen großen Angeber zu Boden strecken«, knurrte Tucker, als ein riesiges Männchen vorbei­stolzierte, dem kleinen Hund einen Todesstrahlblick zuwarf und dann weiterschritt.

»Der ist bestimmt zäh wie ein alter Schuh.« Mrs. Murphy ge­noß gelegentlich einen Zaunkönig als Leckerbissen, aber vor größeren Vögeln scheute sie zurück. Sie machte sich wohlweis­lich jedesmal ganz flach, wenn sie über sich einen großen Schatten bemerkte. Das beruhte auf Erfahrung, denn einst hatte ein rotschwänziger Habicht eins von ihren Brüderchen geraubt.

»Ich weiß nicht, warum Präsident Monroe sich diese Vögel hielt. Schafe, Kühe, sogar Truthähne - Truthähne kann ich ja verstehen -, aber Pfauen sind nutzlos.« Tucker sprang auf und drehte sich im Kreis, um nach etwas zu beißen, das in ihrem Fell saß.

»Flöhe? Ist jetzt die Jahreszeit«, bemerkte Mrs. Murphy mit­fühlend.

»Nein«, knurrte Tucker, während sie noch ein bißchen weiter­biß. »Bremsen.«

»Wie kommen die durch dein dickes Fell?«

»Weiß ich nicht, aber sie schaff en's.« Tucker seufzte, dann stand sie auf und schüttelte sich. »Wo istMom?«

»Überall und nirgends. Sie ist nicht weit weg. Setz dich hin, ja? Wenn du abhaust und einen von diesen dämlichen Vögeln jagst, krieg ich dafür die Schuld. Ich seh nicht ein, warum wir nicht ins Haus können. Ich verstehe ja, daß die Tiere von ande­ren Leuten nicht reindürfen, wie Lucy Fur, aber wieso wir nicht?« Der Name Lucy Fur, der wie Lucifer klang, paßte aus­gezeichnet zu der jüngeren von Reverend Jones' zwei Katzen, denn sie war ein Teufelskerl. »Wetten, Little Marilyn läßt uns durch die Hintertür rein?« Tucker zwinkerte. Sie wußte, daß Mim Sanburnes Tochter Tiere liebte.

»Gute Idee.« Die Katze wälzte sich im Gras, dann sprang sie hoch. »Komm, düsen wir los.«



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