»Und sie hat mir vorgeworfen, ich würde dich umbringen! Dass ich irgendeinen langfristigen Plan umsetzen will, der auf deine physische Vernichtung hinausläuft!«

Eine Sekunde lang sah ich Geser in die Augen. Dann lachte ich los.

»Was ist daran so komisch?«, wollte Geser mit gequälter Stimme wissen. »Na?«

»Geser…«Mit Mühe unterdrückte ich das Lachen. »Entschuldigung. Kann ich ganz offen sprechen? »

»Das will ich doch hoffen…«

»Sie sind der größte Intrigant, den ich kenne. Noch ausgekochter als Sebulon. Gegen Sie war Machiavelli ein Waisenknabe…«

»Machiavelli solltest du nicht unterschätzen«, knurrte Geser. »Gut, ich bin also ein Intrigant. Und weiter?«

»Weiter bin ich davon überzeugt, dass Sie nicht vorhaben, mich umzubringen. In einer kritischen Situation würden Sie mich unter Umständen opfern. Um eine wer weiß wie viele größere Zahl an Menschen oder Lichten zu retten. Aber dass Sie planen… aushecken… mich… Das glaube ich nicht.«

»Vielen Dank, das freut mich.«Geser nickte. Ob ich ihn gekränkt hatte oder nicht, war mir schleierhaft. »Was hat Swetlana sich da in den Kopf gesetzt? Entschuldige, Anton…«Geser verstummte und blickte sogar zur Seite. »Ihr erwartet doch kein Kind?«, fuhr er schließlich fort. »Ein Geschwisterchen?«

Ich verschluckte mich. »Nein…«Ich schüttelte den Kopf. »Eigentlich nicht… Das hätte sie mir gesagt!«

»Frauen drehen manchmal durch, wenn sie ein Kind bekommen«, schnaubte Geser und machte sich wieder daran, seine Glasscherben zu sortieren. »Sie fangen an, überall Gefahren zu sehen, die dem Kind drohen, dem Mann, ihnen selbst… Oder vielleicht hat sie…«Doch jetzt wurde der große Magier vollends verlegen und unterbrach sich selbst. »Quatsch… vergiss es. Du solltest zu deiner Frau aufs Dorf fahren, mit deiner Tochter spielen, frisch gemolkene Milch trinken…«



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