Im Treppenhaus - falls dieser schnöde Ausdruck überhaupt zu jener Halle mit einer Fläche von dreißig Quadratmetern passte - irrte ich eine Zeit lang zwischen den Türen hin und her. Ein überraschendes Ende des Märchens. Bei einer Wohnung fehlte die Tür völlig. Hinter dem leeren Durchbruch schimmerte ein gigantischer dunkler Raum: Betonwände, Betonboden, keine weiteren Unterteilungen. Leises Tropfen von Wasser.

Es dauerte lange, bis ich mich zwischen den drei bereits eingesetzten Türen entschieden hatte. Nummern hatten sie keine. Nach einer Weile entdeckte ich an einer Tür dann doch eine eckige Nummer, die jemand eingeritzt hatte, an einer andern die Überreste einer Kreideaufschrift. Also konnte meine Tür nur die dritte sein. Die unscheinbarste von allen. Bei Geser hätte ich allerdings auch damit rechnen müssen, dass er mich in der Wohnung untergebracht hätte, deren Tür fehlte. Dann wäre jedoch meine Legende zum Teufel gewesen…

Ich kramte den Schlüsselbund hervor und schloss die Tür relativ leicht auf. Suchte den Lichtschalter - und stieß auf eine ganze Palette von Schaltern. Ich machte mich daran, sie nacheinander zu betätigen.

Sobald die Wohnung beleuchtet war, schloss ich die Tür und sah mich nachdenklich um. Hm. Das Ganze hatte was. Könnte man meinen.

Der bisherige Besitzer… Ja, schon gut, laut Legende bin ich das. Ich hatte also mit der Modernisierung angefangen. Offenbar trug ich mich mit napoleonischen Plänen. Wie sonst ließen sich das handgefertigte, kunstvolle Parkett, die Eichenfenster, die Klimaanlage Daikin und andere Attribute des schöneren Wohnens erklären?

Im weiteren Verlaufe war mir dann vermutlich das Geld ausgegangen. Denn das riesige Apartmentstudio - ohne jede Wände im Innern - bestach durch jungfräuliche Leere.



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