Sie war die ganze Zeit über meine Zielperson gewesen. Der Dämon hatte sich in ihr versteckt, während ihr Mann Ausgang hatte und Pitsche-Patsche mit dem Ladydingsda spielte, und dann unentdeckt darauf gewartet, dass Mr. President® Baby durch einen Kaiserschnitt auf die Welt kam. Dann konnte der Dämon das unnatürliche Baby besitzen und eine dauerhaft körperliche Gestalt annehmen, sicher vor allen Exorzismusversuchen. Wer weiß, wie seine Pläne anschließend aussahen? Meine Familie hatte keine Lust gehabt, untätig zu warten, bis sie es herausfand.

Wir hatten alle Das Omen gesehen.

Die Gattin fiel auf alle viere, zitternd und von Krämpfen befallen, während ihr Ehemann zusah, geschockt und stumm vor Grauen. Schwarzer Schleim brach aus ihrem Mund, aus ihrer Nase, aus ihren Ohren und lief ihr sogar als zähflüssige schwarze Tränen übers Gesicht. Immer mehr von dem Zeug quoll aus ihr heraus, immer schneller, und bildete eine immer größer werdende Lache schwarzer, teeriger Substanz auf dem Boden vor ihr. Und aus diesem schwarzen Ektoplasma erschuf sich der Dämon einen neuen Körper, sein letzter verzweifelter Versuch, eine körperliche Gestalt in der materiellen Welt anzunehmen.

Eine untersetzte, kraftvolle Form drängte aus der schwarzen Lache nach oben: zuerst lange, muskulöse Arme, dann eine breite Brust und Schultern und zuletzt ein gehörnter Kopf mit Augen wie glühende Kohlestücke. Ich schoss mit einer weiteren Weihwassernadel darauf und sie heulte schrecklich, hörte aber nicht auf zu wachsen. Entschlossenes Kerlchen. Der Dämon zog sich aus der schwarzen Lache hoch und türmte sich jetzt über mir empor. Seinen Händen wuchsen lange Klauen, und ein breites Lächeln teilte das finstere Gesicht und ließ mich Reihe um Reihe nadelspitzer Zähne sehen. Er sah aus wie das, was er war: gemein und böse und furchtbar stark. An manchen Tagen muss man die Dinge halt auf die harte Tour erledigen.



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