»Im Ernst? Bemerkenswert.«

»Und auch jeden beliebigen Zeitpunkt«, fugte Ridcully hinzu, der selbst nicht sehr beeindruckt wirkte.

»Ausgesprochen nützlich.«

»Ja, das sagen alle«, brummte Ridcully und stampfte mürrisch auf den Boden. »Das Problem ist: Weil das verdammte Ding alles sieht, kann man es kaum dazu bringen, etwas Bestimmtes zu sehen. Oder auch nur etwas, das sich zu sehen lohnt. Und du würdest staunen, wie viele Orte es im Universum gibt. Und wie viele Zeiten.«

»Zum Beispiel zwanzig nach eins«, sagte der Patrizier.

»Ja, unter anderem. Möchtest du einmal hineinsehen?«

Lord Vetinari trat vorsichtig näher, blickte in das große, runde Glas und runzelte die Stirn. »Ich sehe nur, was sich auf der anderen Seite befindet.«

»Ja, weil das Omniskop auf das Hier und Heute eingestellt ist«, erklärte ein junger Zauberer, der an dem Apparat hantierte.

»Oh, ich verstehe«, erwiderte Lord Vetinari. »Ähnliche Vorrichtungen gibt es auch im Palast. Wir nennen sie Fenster.«

»Nun, wenn ich das hier verändere...« Der junge Zauberer drehte etwas am Rand des Glases. »... sieht es in die andere Richtung.« > Lord Vetinari blickte in sein eigenes Gesicht.

»So etwas bezeichnen wir als Spiegel«, sagte er in dem geduldigen Tonfall, in dem man einem Kind etwas erklärt.

»Äh, dies ist etwas anderes«, entgegnete der Zauberer. »Man braucht einige Sekun­den, bis einem klar wird, was man sieht. Es hilft, wenn man die Hand hebt...« Lord Vetinari bedachte ihn mit einem strengen Blick, ließ sich aber dazu herab, kurz zu winken.



»Oh. Erstaunlich. Wie heißt du, junger Mann?« »Ponder Stibbons, Herr. Ich bin der Leiter der neuen Abteilung für unratsame angewandte Magie, Herr. Weißt du, Herr, die Schwierigkeit liegt nicht darin, ein Omniskop zu bauen, denn dies ist nur eine Wei­terentwicklung der altmodischen Kristallkugel. Problematisch wird's, wenn man etwas Bestimmtes sehen möchte. Man könnte es mit dem Stimmen einer Saite vergleichen, und...« »Entschuldige«, sagte der Patrizier. »Welche Art von an­gewandter Magie?«



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