
Harry Harrison
Zeitreise in Technicolor
1
»Weshalb bin ich überhaupt hier? Wie konnte ich mich zu dieser Sache überreden lassen?« L. M. Greenspan stöhnte, als das Abendessen mit seinem Magengeschwür in Berührung kam.
»L. M., Sie sind hier, weil Sie wie ein umsichtiger, fixer Boß handeln. Oder, anders ausgedrückt, Sie müssen nach jedem vorhandenen Strohhalm greifen, denn die Climactic-Studios gehen sang- und klanglos pleite, wenn nicht schnellstens etwas geschieht.« Barney Hendrickson sog krampfhaft an der Zigarette, die er in den gelbverfärbten Fingern hielt, und starrte blicklos auf die Umgebung, die am Fenster des RollsRoyce vorbeijagte. »Oder, noch anders ausgedrückt, Sie investieren eine Stunde Ihrer Zeit zur Untersuchung eines Projekts, das die Rettung der Filmgesellschaft bedeuten kann.«
L. M. wandte seine ganze Aufmerksamkeit dem heiklen Unterfangen zu, eine geschmuggelte Havanna anzuzünden. Er schnippte die Spitze mit seiner goldenen Taschenschere ab, leckte an der Schnittstelle, wedelte mit dem brennenden Streichholz, bis alle Chemikalien verbrannt waren, und ließ dann das schlanke, grünliche Gebilde zu qualmendem Leben erwachen. Der Wagen glitt mit der gewichtigen Eleganz eines hydraulischen Preßkolbens an den Bordstein, und der Chauffeur kam blitzschnell nach hinten und riß die Tür auf. L. M. rührte sich nicht, sondern starrte nur mißtrauisch nach draußen.
»Eine Bruchbude. Und da drinnen soll es etwas geben, das unser Studio retten könnte?«
Barney schubste erfolglos die stämmige Gestalt an. »Keine Vorurteile, L. M. Wer hätte schon geahnt, daß ein Betteljunge aus den East-Side-Slums eines Tages der Boß der größten Filmgesellschaft der Welt werden würde?«
»Werden Sie persönlich?«
»Keine Abschweifungen«, sagte Barney. »Jetzt gehen wir erst einmal hinein und sehen uns an, was Hewett zu bieten hat. Die Vorurteile können warten.«
