
Cairns, der einen Wollschal um den Hals geschlungen hatte, fragte:»Was hältst du vom Wetter, Dick?»
Bolitho sah zu, wie die Leute auf ihrem Weg zur Kombüse aus den Niedergängen und dann wieder zurück in ihre überfüllten Mannschaftsräume strömten.
Er ging die Wache selbst, da Bunce streng darauf achtete, daß die Mittagsbreite genommen wurde, was bei dieser schwachen Sicht mehr ein routinemäßiges Ritual war. Die Fähnriche standen bereits mit ihren Sextanten in der Hand in einer Linie da, und die Steuermannsmaaten überwachten ihre Fortschritte beziehungsweise den Mangel daran.
Bolitho sagte ruhig:»Wir bekommen Nebel.»
Cairns starrte ihn verblüfft an.»Ist das eine deiner keltischen Halluzinationen, Dick?»
Bolitho lächelte.»Der Master sagt Nebel.»
Der Erste Offizier seufzte.»Dann gibt es auch Nebel. Obgleich ich bei diesem halben Sturm keine Chance dafür sehe.»
«An Deck!»
Sie blickten hoch, ein wenig achtlos geworden nach ihrer tagelangen Einsamkeit. Bolitho sah die verkleinerte Gestalt des Ausgucks im Großtopp, eine winzige Figur vor den tiefhängenden Wolken. Schon das Hinaufschauen machte ihn schwindlig.
«Segel in Luv querab, Sir!»
Die beiden Offiziere ergriffen ihre Fernrohre und kletterten in die Wanten. Aber es gab nichts zu sehen als Wellenkämme — steiler, drohender in der Vergrößerung — dazu das intensive, grellweiße Licht.
«Soll ich den Kommandanten informieren, Sir?»
Bolitho beobachtete Cairns Gesicht, als er wieder an Deck sprang. Er konnte beinahe seinen Verstand arbeiten sehen. Ein Segel! Was bedeutete es? Kaum anzunehmen, daß es befreundet war. Selbst ein verirrter und verwirrter Handelsschiffskapitän mußte die Gefahren hier draußen kennen.
