
Bolitho dachte an sein letztes Kommando, die mit achtundzwanzig Geschützen bestückte Fregatte Destiny. Selbst als ihr jüngster Leutnant und gerade erst vom Fähnrichslogis in die Offiziersmesse hinübergewechselt, hatte er unglaublich Aufregendes und Befriedigendes erlebt.
Er stampfte mit dem Fuß auf, so daß der Wachtposten auf der anderen Seite des nassen Decks herumfuhr. Jetzt war er Vierter Offizier dieses verankerten Riesen, und es sah so aus, als würde er das für die nächste Zeit auch bleiben.
Die Trojan wäre viel besser aufgehoben bei der Kanalflotte, dachte er: Manöver, Flaggezeigen bei den wachsamen Franzosen, und, wenn irgend möglich, an Land gehen in Plymouth oder in Portsmouth, alte Freunde aufsuchen…
Bolitho wandte sich um, als er wohlvertraute Schritte von achtern über das Deck kommen hörte. Es war Cairns, der Erste Offizier, wie die meisten von ihnen an Bord, seit die Trojan im Jahre 1775 nach einer längeren Aufliegezeit in ihrer Bauwerft in Bristol wieder in Dienst gestellt worden war. Cairns war groß, schlank und sehr verschlossen. Falls er sich ebenfalls nach der nächsten Sprosse seiner Karriere sehnte, nach einem eigenen Kommando vielleicht, so zeigte er das nicht. Er lächelte selten, war aber trotzdem ein Mann von großem Charme. Bolitho mochte ihn gern und respektierte ihn. Oft fragte er sich, was Cairns wohl vom Kommandanten* hielt.
Cairns blieb stehen und biß sich auf die Unterlippe, während er zur Takelage, zu dem sich auftürmenden Gewirr von Wanten und laufendem Gut, hinaufschaute. Dünn mit klebrigem Schnee bedeckt, sahen die Rahen aus wie die Zweige ungeheurer Fichten.
Dann sagte er:»Der Kommandant wird bald zurückkommen. Ich bin auf Abruf bereit, also halte die Augen auf.»
