Der Kommandant war jedoch anscheinend anderer Meinung und immer noch voll Vertrauen zu seinem Master. Bolitho wurde vom Wachegehen dispensiert und verbrachte die meiste Zeit damit, einen Brief an seinen Vater abzufassen. Er schrieb ständig weiter an demselben langen Brief, sobald er Zeit dazu hatte, und brach ihn abrupt ab, wenn sich eine Gelegenheit zum Absenden in die Heimat bot. Dadurch hielt er Verbindung mit seinem Vater, wenngleich es für diesen bestimmt schwer war, über die täglichen Ereignisse auf See, das Sichten von Schiffen oder Inseln, zu lesen — alles Dinge, die es im Leben von Kapitän James nicht mehr gab.

So saß Bolitho also auf seiner Seekiste und überlegte, was er Neues berichten könnte.

Kälte schien ihm plötzlich über den Rücken zu kriechen, als hätte ein Geist die kleine Kabine betreten. Er blickte überrascht auf und sah die Deckenlampe flackern. Aber stimmte das auch? Er starrte seine Sachen an, die ruhig von der Stange herabhingen, obwohl sie einen Augenblick vorher noch geschwankt und gequietscht hatten.

Er stand auf, dachte rechtzeitig daran, den Kopf einzuziehen, und lief in die Messe. Die Heckfenster waren stumpf und grau, gestreift von getrocknetem Salz.

Er preßte das Gesicht dagegen und rief aus:»Mein Gott, der Weise hatte recht!»

Schnell eilte er an Deck, wo er sofort der stillen Gestalten gewahr wurde, die in den undurchdringlichen Nebel starrten, während die Segel lustlos herabhingen und sich kaum noch blähten.

Cairns, der Wache hatte, blickte ihn ernst an.»Da ist er, Dick, der Nebel.»

Bolitho beobachtete, wie sich die Dünung zu glätten schien, kaum waren noch Wellenkämme zu sehen.

«An Deck! Der Schoner ist außer Sicht, Sir!»

Pears Stimme beendete alle Spekulationen:»Zwei Strich höher, Mr. Cairns!»

Schrille Rufe ertönten:»An die Brassen!»

Pears sagte zu allen, die ihn umstanden:»Wir gewinnen so noch etwa eine Kabellänge.*



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