Auch er war damals an Bord eines Linienschiffes gewesen und wurde von jedermann gehetzt und schikaniert, so kam es ihm wenigstens jetzt in der Erinnerung vor. Einen aber hatte er wie einen Helden verehrt, einen Leutnant, der möglicherweise von seinem Vorhandensein kaum etwas wußte. Bolitho jedoch hatte sich auch später immer an ihn erinnert. Der war niemals grundlos wütend geworden, nahm auch nie seine Zuflucht zu Schikanen und Demütigungen, wenn er selbst vom Kommandanten getadelt worden war. Bolitho hatte gehofft, einmal so zu werden wie dieser Offizier. Er hoffte es noch immer.

Couzens antwortete eifrig und stramm:»Aye, aye, Sir.»

Auf der Trojan gab es neun Midshipmen, und Bolitho fragte sich mitunter, wie deren Leben später wohl verlaufen werde. Einige würden bis zum Flaggoffizier aufsteigen, andere dagegen vorher straucheln oder umkommen. Gewiß war unter ihnen auch die übliche Mischung von Tyrannen und echten Führernaturen, von Helden und Feiglingen.

Später, als die neue Wache schon unterhalb des Aufbaudecks gemustert wurde, rief einer der Ausgucksposten:»Boot in Sicht, Sir!«Dann nach einer kleinen Pause:»Der Kommandant!»

Bolitho warf rasch einen Blick nach unten auf das quirlende Durcheinander beim Antreten der neuen Wache. Der Kommandant hätte sich keinen ungünstigeren Augenblick aussuchen können.

Er rief hinunter:»Wahrschaut den Ersten Offizier! Fallreepsposten raus, dem Bootsmann Bescheid sagen!»

Gestalten flitzten in der Dunkelheit hin und her, und während die Marineinfanteristen schwerfällig zur Pforte stampften, ihre weißen, gekreuzten Brustriemen im schwachen Licht leuchtend, versuchten die Unteroffiziere, einigermaßen Ordnung in den Haufen der neuen Wache zu bringen.



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