»Aus dem Quilt tropft auch welches«, sagte er. »Hätte ich gewusst, wie viel Blut sie in sich hat …«

Ich zog meinen Kopfkissenbezug ab und streifte ihn über das untere Ende des Quilts wie einen Strumpf über ein blutendes Schienbein. »Nimm ihre Füße«, sagte ich. »Was jetzt kommt, müssen wir gleich erledigen. Und werd nicht wieder ohnmächtig, Henry, allein schaff ich’s nämlich nicht.«

»Ich wollte, das alles wäre nur ein Traum«, sagte er, aber er bückte sich und umschlang das Ende des Quilts mit den Armen. »Glaubst du, es könnte ein Traum sein, Papa?«

»Heute in einem Jahr, wenn alles hinter uns liegt, werden wir’s für einen halten.« Irgendwie glaubte ich das sogar. »Schnell jetzt. Bevor der Kissenbezug zu tropfen anfängt. Oder der restliche Quilt.«

Wie Möbelpacker, die ein in einen Teppich gewickeltes Möbelstück schleppten, trugen wir sie den Flur entlang, durchs Wohnzimmer und dann zur Haustür hinaus. Ich atmete auf, sobald wir die Verandatreppe hinunter waren; Blutspuren auf dem Hof ließen sich leichter beseitigen.

Henry hielt sich gut, bis wir um die Ecke des Kuhstalls bogen und der alte Brunnen in Sicht kam. Er war von eingerammten Zaunlatten umgeben, damit niemand versehentlich auf den Holzdeckel trat, mit dem er verschlossen war. Im Sternenschein wirkten diese Stecken trostlos grausig,

»Das ist kein Grab für eine Mam… ma…« Mehr brachte er nicht heraus, bevor er ohnmächtig in das hinter dem Stall wuchernde Gestrüpp sank. Plötzlich musste ich das ganze Gewicht meiner ermordeten Frau allein tragen. Ich überlegte kurz, ob ich das groteske Bündel so lange ablegen sollte - die Stofflagen waren verrutscht, und die zerschnittene Hand schaute heraus -, bis ich Henry wiederbelebt hatte.



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