
»Glauben Sie, es hätte Sinn, zu euch hinunterzukommen?«
»Um den ganzen Salat zu übernehmen? Prima! Zu jeder Zeit.«
Deptford antwortete eine Weile nicht. Dann fragte er: »Glauben Sie, daß ich weiterkomme als Sie?«
»Nein.«
»Das habe ich auch Karl Schwenn gesagt.«
»Spitzt der immer noch an?«
»Shawn, er kann nicht anders. Das K-88-Projekt hängt seit Monaten in der Luft. Ich kann Ihnen nicht oft genug sagen, wie wichtig dieses Projekt ist. Ich nehme an, Sie wissen, was im Augenblick in Afrika los ist. Wir müssen etwas haben, das wir zeigen können. Wir müssen den Sowjets etwas vorhalten können. Das Ministerium verlangt von uns eine Entscheidung über diesen Mann, und zwar bald.«
»Tut mir leid, Chef. Wir sezieren den Kerl wie einen Zeitzünder. Aber wir finden nichts, was uns sagen könnte, wessen Zeitzünder er ist.«
»Aber es muß doch etwas geben.«
»Herr Deptford, wenn wir einen Mann über die Grenze schicken, geben wir ihm Ihre Identifikationspapiere. Ja, noch mehr, wir stecken ihm Ihre Münzen in die Tasche, Ihre Schlüssel, Ihre Zigaretten, Ihre Kämme. Wir geben ihm Rechnungen von drüben mit, wir geben ihm eine Geschichte, Verwandte und Freunde. Wir denken an alles, nichts bleibt unberücksichtigt.«
Er konnte hören, wie Deptford seufzte.
»Unsere Leute sind Autoschlosser, Bäcker oder Straßenbahnschaffner. So ein Mann beantwortet ihre Fragen wie ein Straßenbahnschaffner, ist überrascht wie ein Straßenbahnschaffner und stirbt, wenn es sein muß, wie ein Straßenbahnschaffner.«
»Ja«, sagte Deptford. »Ja, ich weiß. Glauben Sie, daß Azarin auch glaubt, es sei ein Straßenbahnschaffner?«
»Mag sein. Aber er kann es sich nicht leisten, es offen zu bekunden.«
