Da er keine Geschwister hatte und während des Tages selten Gelegenheit fand, sich mit seinem Vater zu unterhalten, wuchs er zu einem frühreifen, etwas zurückhaltenden jungen Mann heran. Er fühlte sich trotzdem nicht einsam. Schließlich hatte er mehrmals genug Arbeit und dachte außerdem sehr früh bereits in Bildern, die zwar aus Einzelheiten bestanden, am Ende sich aber zu einem Ganzen zusammenfügten. Gleichaltrige Freunde hatte er nicht; und so lernte er bald den Entwicklungsweg eines jungen Menschen an sich beobachten — er registrierte alles sehr genau, ordnete es ein und ließ keine Kleinigkeit außer acht.

Auch in der Grundschule fand er nur wenig Freunde. Er kehrte mittags zum Essen heim und ließ abends nach Schluß der Schule selten eine Minute unausgenutzt. Er hatte viel Arbeit, und er tat sie gern. Er war ein guter Schüler und bekam ausgezeichnete Zensuren, außer in Englisch, das er zwar fließend sprach, aber für das er nicht allzu viel Interesse aufbrachte. Es genügte jedoch, um auf die höhere Schule von Bridgetown zu kommen.

Er fuhr jeden Tag vierundzwanzig Meilen mit dem Schulbus. Und es blieb nicht aus, daß der etwas zurückgezogene, aber ständig wissensdurstige junge Bursche sich in Gesellschaft seiner Kollegen langsam veränderte. Bald hatte er keine Schwierigkeiten mehr mit der englischen Grammatik. Ein Junge namens Morgan zeigte ihm, wie man rauchte. Ein anderer, Kovacs, erzählte ihm etwas über die Struktur und den Aufbau von Musik, ein dritter nahm ihn mit auf den Fußballplatz. Den stärksten Eindruck aber hinterließ Edmund Starke, ein kleiner, untersetzter Mann mit randloser Brille und schüchternem Blick. Starke war sein Physiklehrer.



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