«Meine Mutter fährt jeden Nachmittag nach Aylesbury und spielt Bingo», hatte Matilda erwidert, «sie weiß nicht, daß ich herkomme.»

«Aber das ist sicher nicht richtig», wandte Frau Phelps ein, «ich finde, du solltest sie lieber fragen.»

«Das finde ich nicht», antwortete Matilda, «sie hält nichts vom Lesen. Mein Vater auch nicht.»

«Und was solltest du jeden Nachmittag in einem leeren Haus machen?»

«Nur so rumhängen und fernsehen.»

«Aha.»

«Es ist ihr eigentlich egal, was ich tue», setzte Matilda etwas betrübt hinzu.

Frau Phelps machte sich immer Sorgen, wie Matilda heil und sicher durch die ziemlich verkehrsreiche Hauptstraße und über die große Kreuzung nach Hause kam, aber sie beschloß, sich nicht einzumischen.

Innerhalb einer Woche hatte Matilda «Große Erwartungen» ausgelesen, ein Buch, das in dieser Ausgabe vierhundertelf Seiten hatte. «Das hat mir gut gefallen», sagte sie zu Frau Phelps, «hat Herr Dickens noch andere Bücher geschrieben?»

«Ziemlich viele», antwortete die verblüffte Frau Phelps, «soll ich dir noch eins raussuchen?»

Im Lauf der nächsten sechs Monate las Matilda, stets aufmerksam und liebevoll von Frau Phelps beobachtet, die folgenden Bücher:


«Nicholas Nickleby» von Charles Dickens

«Oliver Twist» von Charles Dickens

«Jane Eyre» von Charlotte Bronte

«Stolz und Vorurteil» von Jane Austen

«Eine reine Frau – Tess von D’Urbervilles» von Thomas Hardy

«Kim» von Rudyard Kipling

«Der Unsichtbare» von H. G. Wells

«Der alte Mann und das Meer» von Ernest Hemingway

«Schall und Wahn» von William Faulkner

«Die Früchte des Zorns» von John Steinbeck



7 из 155