Eines aber enthXlt die so klare, die so ehrwXrdige Lehre nicht: sie enthXlt nicht das Geheimnis dessen, was der Erhabene selbst erlebt hat, er allein unter den Hunderttausenden. Dies ist es, was ich gedacht und erkannt habe, als ich die Lehre hXrte. Dies ist es, weswegen ich meine Wanderschaft fortsetze X nicht um eine andere, eine bessere Lehre zu suchen, denn ich weiX, es gibt keine, sondern um alle Lehren und alle Lehrer zu verlassen und allein mein Ziel zu erreichen oder zu sterben. Oftmals aber werde ich dieses Tages denken, o Erhabener, und dieser Stunde, da meine Augen einen Heiligen sahen."

Die Augen des Buddha blickten still zu Boden, still in vollkommenem Gleichmut strahlte sein unerforschliches Gesicht.

"MXgen deine Gedanken," sprach der EhrwXrdige langsam, "keine IrrtXmer sein! MXgest du ans Ziel kommen! Aber sage mir: Hast du die Schar meiner Samanas gesehen, meiner vielen BrXder, welche ihre Zuflucht zur Lehre genommen haben? Und glaubst du, fremder Samana, glaubst du, dass es diesen allen besser wXre, die Lehre zu verlassen und in das Leben der Welt und der LXste zurXckzukehren?"

"Fern ist ein solcher Gedanke von mir", rief Siddhartha. "MXgen sie alle bei der Lehre bleiben, mXgen sie ihr Ziel erreichen! Nicht steht mir zu, Xber eines andern Leben zu urteilen. Einzig fXr mich, fXr mich allein muss ich urteilen, muss ich wXhlen, muss ich ablehnen. ErlXsung vom Ich suchen wir Samanas, o Erhabener. WXre ich nun einer deiner JXnger, o EhrwXrdiger, so fXrchte ich, es mXchte mir geschehen, dass nur scheinbar, nur trXgerisch mein Ich zur Ruhe kXme und erlXst wXrde, dass es aber in Wahrheit weiterlebte und groX wXrde, denn ich hXtte dann die Lehre, hXtte meine Nachfolge, hXtte meine Liebe zu dir, hXtte die Gemeinschaft der MXnche zu meinem Ich gemacht!"



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