
Kamala hXrte ihm zu. Sie liebte seine Stimme, sie liebte den Blick seiner Augen.
"Vielleicht ist es so," sagte sie leise, "wie du sprichst, Freund. Vielleicht ist es aber auch so, dass Siddhartha ein hXbscher Mann ist, dass sein Blick den Frauen gefXllt, dass darum das GlXck ihm entgegenkommt."
Mit einem Kuss nahm Siddhartha Abschied. "MXge es so sein, meine Lehrerin. MXge immer mein Blick dir gefallen, mXge immer von dir mir GlXck entgegenkommen!"
BEI DEN KINDERMENSCHEN
Siddhartha ging zum Kaufmann Kamaswami, in ein reiches Haus ward er gewiesen, Diener fXhrten ihn zwischen kostbaren Teppichen in ein Gemach, wo er den Hausherrn erwartete.
Kamaswami trat ein, ein rascher, geschmeidiger Mann mit stark ergrauendem Haar, mit sehr klugen, vorsichtigen Augen, mit einem begehrlichen Mund. Freundlich begrXten sich Herr und Gast.
"Man hat mir gesagt," begann der Kaufmann, "dass du ein Brahmane bist, ein Gelehrter, dass du aber Dienste bei einem Kaufmann suchst. Bist du denn in Not geraten, Brahmane, dass du Dienste suchst?"
"Nein," sagte Siddhartha, "ich bin nicht in Not geraten und bin nie in Not gewesen. Wisse, dass ich von den Samanas komme, bei welchen ich lange Zeit gelebt habe."
"Wenn du von den Samanas kommst, wie solltest du da nicht in Not sein? Sind nicht die Samanas vXllig besitzlos?"
"Besitzlos bin ich," sagte Siddhartha, "wenn es das ist, was du meinst. Gewiss bin ich besitzlos. Doch bin ich es freiwillig, bin also nicht in Not."
"Wovon aber willst du leben, wenn du besitzlos bist?"
