Es war ihm anzusehen, daß mit jedem mühsamen Atemzug, mit jeder verstrichenen Stunde mehr Leben aus ihm entwich. Bolitho war erschüttert, aber auch fasziniert von der Intensität des schmächtigen Mannes, dessen stärkster Charakterzug immer sein Enthusiasmus gewesen war.

«Ihr Geschwader hat sich tapfer gehalten. «Seine klauenartige Hand tastete blindlings über die Papierhaufen.»Zwar haben wir viele gute Männer verloren, aber andere stehen bereit, ihre Stelle einzunehmen. «Sein Kopf sank vornüber, als seien die Worte für ihn zu schwer.»Ich verlange viel von Ihnen, Bolitho, wahrscheinlich sogar zuviel — ich weiß es nicht. Sie haben von dem Waffenstillstandsangebot gehört?«Durch die hohen Fenster fiel Sonnenlicht und reflektierte von Beauchamps tiefliegenden Augen, als brenne Licht in einem Totenschädel.»Diese Gerüchte entsprechen den Tatsachen. Wir brauchen Frieden — zu Bedingungen, die trotz aller Scheinheiligkeit noch akzeptabel sind, damit wir Zeit gewinnen, eine Atempause vor der endgültigen Entscheidung. «Bolitho hatte leise gefragt:»Sie trauen den Franzosen nicht, Sir?»

«Niemals!«Der Ausruf schien Beauchamp die letzten Kräfte gekostet zu haben, denn er konnte erst nach längerer Pause fortfahren:»Die Franzosen wollen uns für sie vorteilhafte Bedingungen aufzwingen. Um Druck auf die Verhandlungen auszuüben, sammeln sie in ihren Kanalhäfen bereits eine Invasionsflotte, meist Prähme und Schuten, und an Land Truppen und Artillerie, die diese Flotte aufnehmen soll. Bonaparte hofft, unser Volk so einzuschüchtern, daß wir Vertragsbedingungen akzeptieren, die nur für ihn von Vorteil sind. Später, wenn die Wunden der Franzosen verheilt, ihre Schiffe ersetzt und ihre Regimenter aufgefüllt sind, wird er den Vertrag zerreißen und uns angreifen. Wenn es erst so weit kommt, haben wir keine zweite Chance.»

Wieder eine Pause, dann murmelte Beauchamp fast tonlos:»Wir müssen England sein Selbstvertrauen zurückgeben.



11 из 320