»Du hast mir deine Geschichte versprochen,« sagte Alice -»und woher es kommt, daß du K. und H. nicht leiden kannst,« fügte sie leise hinzu, um nur das niedliche Thierchen nicht wieder böse zu machen.

»Ach,« seufzte das Mäuslein, »ihr macht euch ja aus meinem Erzählen doch nichts; ich bin euch mit meiner Geschichte zu langschwänzig und zu tragisch.« Dabei sah sie Alice fragend an.

»Langschwänzig! das muß wahr sein!« rief Alice und sah nun erst mit rechter Bewunderung auf den geringelten Schwanz der Maus hinab; »aber wie so tragisch? was trägst du denn?« Während sie noch darüber nachsann, fing die längschwänzige Erzählung schon an, folgendergestalt:


Filax sprach zu der Maus, die er traf in dem Haus: »Geh' mit mir vor Gericht, daß ich dich verklage. Komm und wehr' dich nicht mehr; ich muß haben ein Verhör, denn ich habe nichts zu thun schon zwei Tage.« Sprach die Maus zum Köter: »Solch Verhör lieber Herr, ohne Richter, ohne Zeugen thut nicht Noth.« »Ich bin Zeuge, ich bin Richter.« sprach er schlau und schnitt Gesichter »das Verhör leite ich und verdamme dich zum Tod!«

»Du paßt nicht auf!« sagte die Maus strenge zu Alice. »Woran denkst du?«

»Ich bitte um Verzeihung,« sagte Alice sehr bescheiden: »du warst bis zur fünften Biegung gekommen, glaube ich ?«

»Mit nichten!« sagte die Maus entschieden und sehr ärgerlich.

»Nichten!« rief Alice, die gern neue Bekanntschaften machte, und sah sich neugierig überall um. »O, wo sind sie, deine Nichten? Laß mich gehen und sie her holen!«



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