
»Nun sage mir, Pat, was ist das da oben im Fenster?«
»Wat soll's sind? 's is en Arm, Euer Jnaden!« (Er sprach es »Arrum« aus.)
»Ein Arm, du Esel! Wer hat je einen so großen Arm gesehen ? er nimmt ja das ganze Fenster ein!«
»Zu dienen, des thut er, Eurer Jnaden; aber en Arm is es, und en Arm bleebt es.«
»Jedenfalls hat er da nichts zu suchen: geh' und schaffe ihn fort!«
Darauf folgte eine lange Pause, während welcher Alice sie nur einzelne Worte Flüstern hörte, wie: »Zu dienen, des scheint mer nich, Eurer Jnaden, jar nich, jar nich!« »Thu', was ich dir sage, feige Memme!« zuletzt streckte sie die Hand wieder aus und that einen Griff in die Luft. Diesmal hörte sie ein leises Wimmern und noch mehr Geklirr von Glasscherben. »Wie viel Gurkenbeete da sein müssen!« dachte Alice. »Mich soll doch wundern, was sie nun thun werden! Mich zum Fenster hinaus ziehen ? ja, wenn sie das nur könnten! Ich bliebe wahrlich nicht länger hier!«
Sie wartete eine Zeit lang, ohne etwas zu hören; endlich kam ein Rollen von kleinen Leiterwagen, und ein Lärm von einer Menge Stimmen, alle durcheinander; sie verstand die Worte: »Wo ist die andere Leiter? - Ich sollte ja nur eine bringen; Wabbel hat die andere - Wabbel, bringe sie her, Junge! - Lehnt sie hier gegen diese Ecke - Nein, sie müssen erst zusammengebunden werden - sie reichen nicht halb hinauf - Ach, was werden sie nicht reichen: seid nicht so umständlich - Hier, Wabbel! fange den Strick - Wird das Dach auch tragen? - Nimm dich mit dem losen Schiefer in Acht - oh, da fällt er! Köpfe weg!« (ein lautes Krachen) - »Wessen Schuld war das ? - Wabbel's glaube ich - Wer soll in den Schornstein steigen? - Ich nicht, so viel weiß ich! Ihr aber
doch, nicht wahr? - Nicht ich, meiner Treu! - Wabbel kann hineinsteigen - Hier, Wabbel! der Herr sagt, du sollst in den Schornstein steigen!«
