Der König behauptete, daß Alles, was einen Kopf habe, geköpft werden könne, und daß man nicht so viel Unsinn schwatzen solle.

Die Königin behauptete, daß wenn nicht in weniger als keiner Frist etwas geschehe, sie die ganze Gesellschaft würde köpfen lassen. (Diese letztere Bemerkung hatte der Versammlung ein so ernstes und ängstliches Aussehen gegeben.)

Alice wußte nichts Besseres zu sagen als: »Er gehört der Herzogin, es wäre am besten sie zu fragen.«

»Sie ist im Gefängnis,« sagte die Königin zum Henker, »hole sie her.« Und der Henker lief davon wie ein Pfeil.

Da wurde der Kopf des Katers undeutlicher und undeutlicher; und gerade in dem Augenblick, als der Henker mit der Herzogin zurück kam, verschwand er gänzlich; der König und der Henker liefen ganz wild umher, ihn zu suchen, während die übrige Gesellschaft zum Spiele zurückging.

Neuntes Kapitel.

Die Geschichte der falschen Schildkröte.

»Du kannst dir gar nicht denken, wie froh ich bin, dich wieder zu sehen, du liebes altes Herz!« sagte die Herzogin, indem sie Alice liebevoll umfaßte, und beide zusammen fortspazierten.

Alice war sehr froh, sie bei so guter Laune zu finden, und dachte bei sich, es wäre vielleicht nur der Pfeffer, der sie so böse gemacht habe, als sie sich zuerst in der Küche trafen. »Wenn ich Herzogin bin,« sagte sie für sich (doch nicht in sehr hoffnungsvollem Tone), »will ich gar keinen Pfeffer in meiner Küche dulden. Suppe schmeckt sehr gut ohne - Am Ende ist es immer Pfeffer, der die Leute heftig macht,« sprach sie weiter, sehr glücklich, eine neue Regel erfunden zu haben, »und Essig, der sie sauertöpfisch macht - und Kamillenthee, der sie bitter macht - und Gestenzucker und dergleichen, was Kinder zuckersüß macht. Ich wünschte nur, die großen Leute wüßten das, dann würden sie nicht so sparsam damit sein -«



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