
Am Abend des gleichen Tages
Kein Betreff
Danke, Emmi. Leo.
Am Morgen des nächsten Tages
Kein Betreff
Nichts zu danken, Leo. Emmi.
Zwölf Stunden später
Betreff: War es… …so schlimm?
Zwei Stunden später
RE:
Warum fragst du, Leo? Du weißt, wie es war. Du warst dabei. Du bist deiner »Illusion des Vollkommenen« 67 Minuten leibhaftig gegenübergesessen und hast sie mindestens 54 Minuten davon angelächelt. Ich fange erst gar nicht an aufzuzählen, was du in dieses Lächeln alles hineingepackt hast, so umfangreich war das Programm. Eine anständige Portion Verlegenheit war jedenfalls auch dabei. Aber nein, es war nicht schlimm. Schlimm war es überhaupt nicht. Ich hoffe, deinem Hals geht es besser. Wie gesagt: Isla-Mint-Pastillen, am besten die mit Johannesbeergeschmack. Und vor dem Schlafengehen mit Salbeitee gurgeln! Schönen Abend noch, Emmi.
Zehn Minuten später
AW:
«Schlimm war es überhaupt nicht. «Was war es dann, liebe Emmi? Was war es überhaupt?
Fünf Minuten später
RE:
Hey Leo, seit wann stellst du die spannenden Fragen? Bist du nicht derjenige von uns beiden, der für die spannenden Antworten zuständig ist? Also: Wenn es nicht schlimm war, was war es wohl dann, lieber Leo? Lass dir ruhig Zeit. Gute Nacht. Emmi.
Drei Minuten später
AW:
Wie können zwei identische Emmis in so unterschiedlichem Tonfall schreiben und reden?
50 Sekunden später
RE:
Hartes Training, Herr Sprachpsychologe! Und jetzt schlafe gut, träume schön und atme frei.
Übrigens: »Danke, Emmi«, war schwach, lieber Leo. Sehr schwach. Weit unter deinen Möglichkeiten.
