«Mich ertragen«, antwortete Chris lachend.

«Ach ja, ich nehme an, das erfordern alle Töchter, weil ihr euren Müttern das Herz brecht. Woher kommst du, Chris?«

«York, Pennsylvania.«

«War früher mal die Hauptstadt des Landes, wenn ich in Geschichte richtig aufgepaßt habe.«

«Ja, das stimmt, Mrs. Savedge.«

«Du siehst nicht sehr deutsch aus. Ich denke immer, wer aus Pennsylvania kommt, ist entweder deutsch oder Quäker. Carter. Guter englischer Name. Wir haben den Engländern viel zu verdanken, vor allem, daß sie uns Namen gegeben haben, die wir buchstabieren können — und daß sie schließlich von hier verschwunden sind. Es würde nicht gut gehen, wenn wir Könige und Königinnen in Amerika hätten. Allerdings ist es bei ihnen auch nicht immer gut gegangen.«

«Chris ist von der Vermonter Uni rübergewechselt. Ich werde sie hier rumführen. «Vic war es gewohnt, daß ihre Mutter unvermittelt vom Thema abschweifte.

«Vic kennt alle Welt. Und wenn ich sagen darf, warum ich ein bißchen stolz auf meine Tochter bin — sie ist eine gute Freundin.«

«Danke, Mutter.«

R. J. sah auf ihre Uhr, eine alte Bulova, die ihrem Vater gehört hatte.»Darf ich euch zwei zum Essen einladen?«

«Vielen Dank, ich bin eigentlich bloß vorbeigekommen, um zu fragen, ob Vic einen guten Klamottenladen in der Stadt kennt.«

«Tut sie, und ich auch. Ich fahr dich hin, aber sie machen bald zu. Kommt, Mädels. Ich weiß, wie viel ihr eßt in eurem Alter. Ich bin am Verhungern, und so viel habe ich bereits gelernt: Hier kann man nichts zu essen erwarten. Dabei fällt mir ein, Liebes, du kommst dieses Wochenende am besten nach Hause. Wenn du kannst.«

«Ja, Ma'am.«

«Bring Chris mit. «J.R. hielt inne und ließ ihren Blick über Vics Jeans und nabelfreies T-Shirt gleiten.»Du willst doch nicht etwa so gehn, oder?«

«Mutter, wieso denn nicht? Wir gehn ja nicht in die Kirche.«



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