
Obwohl Murchison den Patienten unter einem Ge künstlicher Schwerkraft bereits ruhiggestellt hatte, brauchte sie weitere drei Stunden, bevor sie alle benötigten Proben und Röntgenaufnahmen beisammen hatte.
Ein Teil der Verzögerung entstand, weil alle Beteiligten in Druckanzügen arbeiten mußten — wie Murchison es ausgedrückt hatte, würde nur ein geringes Risiko darin bestehen, den Patienten noch einige weitere Stunden unter luftleeren Bedingungen zu beobachten, bis sie seine atmosphärischen Bedürfnisse exakt bestimmt hätten, andernfalls würde es nämlich unter Umständen darauf hinauslaufen, nur noch seinen Verwesungsprozeß beobachten zu können.
Doch mit jeder verstreichenden Minute wuchsen ihre Kenntnisse über den Patienten, und die Testresultate, die direkt aus der Pathologie zu dem portablen Kommunikator neben ihnen übermittelt wurden, waren nicht nur aufschlußreich, sondern auch äußerst verblüffend. Conway hatte bereits jegliches Zeitgefühl verloren, als der fest installierte Kommunikator ertönte und um ihre Aufmerksamkeit bat. Gleich darauf wurden sie von Major O'Maras Gesicht aus dem Bildschirm heraus finster angeblickt.
„Conway, Sie hatten mit mir vereinbart, vor siebeneinhalb Minuten bei mir zu sein“, sagte der Chefpsychologe. „Zweifellos wollten Sie sich gerade auf den Weg machen, nicht wahr?“
„Tut mir leid, Sir“, entgegnete Conway, „aber die Voruntersuchung dauert länger, als ich vermutet hab, und ich möchte etwas Greifbares zu berichten haben, bevor ich mich mit Ihnen treffe.“
Ein schwaches Rauschen war zu vernehmen, als O'Mara schwer durch die Nase atmete. Im Gesicht des Chefpsychologen konnte man ungefähr so gut lesen wie in einem verwitterten Stück Basalt — mit dem es sogar in mancherlei Hinsicht eine gewisse Ähnlichkeit aufwies —, doch seine Augen enthüllten einen so scharf analytischen Verstand, daß der Major das besaß, was man fast als telepathische Fähigkeiten bezeichnen konnte.
